Oh Leute..

entweder hab ich mich ordentlich übern Tisch ziehen lassen oder die Dame von der Post und ich haben ziiiiiiiemlich aneinander vorbei geredet 😀

Halleluja.

Ich bin extra eher aufgestanden, weil auf meiner To Do Liste eine Free City Tour stand. Eigentlich wollte ich die Waterfront Tour machen, dafür war es aber zu spät, die startet nämlich immer um 10 Uhr morgens. Also fix die Downtown gebucht, um 12 Uhr.

Aufm Weg lag die besagte Post. Ich hatte NUR einen Briefumschlag, der nach Deutschland gehen sollte. Ich sollte ein Formular ausfüllen, 5x unterschreiben, den Briefumschlag in einen großen DHL Umschlag und go.

Ich wollte mich nur erkundigen, wie lange der Brief unterwegs sein wird bzw. wann ich damit rechnen kann, wann er zugestellt wird. Sie hats wohl so interpretiert, dass ich es eilig hätte..Ich hab 17,4$ verstanden..was schon extrem viel für nen Brief wäre..sie zog also meine Karte durch, gab mir die Rechnung, ich bedankte und verabschiedete mich. Draußen hab ich dann mal auf den Beleg geschaut. Aus 17$ wurden schnell mal 74$ 😀 ich war so irritiert, dass ich selbst doll lachen musste, was genau ist da gerade passiert?! Dazu kam der Gedanke, dass ich meine Kreditkartenabrechnung nur umständlich begleichen kann, da es nicht möglich ist, die neue Handynummer zu hinterlegen.

Shit happens. Ich hoffe er kommt wenigstens pünktlich zum Geburtstag an. Das is echt ne harte Nuss. Irgendwann tuts hoffentlich nicht mehr weh, sondern is nur noch ne lustige Geschichte.

Ich bin gerade am planen, dass ich zum Canadas Wonderland (Freizeitpark) gehe. Der Eintritt kostet 43$ und das Parken 22$. Das is so lächerlich.

Außerdem würd ich gern rüber auf die Insel, aber auf eigene Faust. Dort wird z.B. eine drei stündige Fahrradtour angeboten. Also mit Guide. Der sich ordentlich was kosten lässt. Nämlich 80$. Mit dem Fahrrad ist man aber anscheinend in 15 Minuten von A nach B. Hallo?! Hätte ich schon meine Arbeitserlaubnis….

Alternativ bieten sie Stadträder an. Preistlich super. 7$/24h. Der Haken is nur: „unlimited 30 minutes“, das heißt, man muss das Fahrrad alle 30 Minuten an eine Station koppeln um es dann wieder „kostenfrei“ auszuleihen, ansonsten zahlst du nämlich immer 4$ drauf. Leider gibt’s auf der Insel keine Station, daher müsste man sich dort dann vor Ort eins mieten.

Zurück zur Free City Tour, die super interessant war, kann ich wirklich jedem nur ans Herz legen und du zahlst lediglich so viel du möchtest am Ende der Tour. Wird in jeder (größeren) Stadt angeboten.

Das genialste war einfach zu erfahren, dass Suits, die Netflix Serie, in Toronto gedreht wurde und ich einfach vor dem Gebäude stand. Ohhh ich liebe Suits! Dadurch, dass Toronto so viele Wolkenkratzer hat, hat man teilweise das Gefühl in New York zu stehen, die meisten Aufnahmen stammen aber eben aus Toronto.

Die Stadt wird auch als horizontale Stadt bezeichnet. Toronto Downtown is mit 17 km² flächenmäßig klein, weswegen sie so wahnsinnig viele Hochhäuser gebaut haben.

Die Bank (siehe Bild) wurde mit Sicherheitsgläsern gebaut, dh. sie sind unkaputtbar. Das wollte ein Mitarbeiter, ein Anwalt, testen und hat sich regelmäßig gegen die Scheibe gestürzt, mit der Schulter voran. Blöd nur, dass er immer und immer an das gleiche Fenster gesprungen is und der Fensterrahmen sich irgendwann gelockert hatte. Früher oder später musste es so kommen, der Herr ist mit dem Fenster raus gestürzt, er hat es nicht überlebt, dafür aber die Scheibe, die nach wie vor ganz blieb. Die Story wurde im TV bei sowas wie „Pechvögel“ ausgestrahlt. Oh man..

Im Anschluss bin ich noch über den St. Lawrence Market geschlendert. Hatte mir ne saftige Wassermelone gekauft und n peameal Sandwich. Ich hoffe es war ein glückliches Schwein. So viel Fleisch wie da drauf war, war das bestimmt n ganzes (Das Bild zeigt übrigens nur eine Hälfte). Nachdem ich mir noch ne Flasche Wasser dazu bestellt hab, hab ich erst registriert, dass das die Pure Life von Nestlé is. Wenn man mal darauf achtet, rennt jeder zweite mit so ner Flasche rum. Es werden nämlich kaum andere verkauft! Das Leitungswasser is hier aber absolut trinkbar!

Mit Blick auf den 2017 eröffneten Brunnen, dem Hundebrunnen, saß ich also im Park und hab geschlemmt. Der Hundebrunnen ist übrigens einmalig. Aus 27 verschiedenen Hunden spritzt fröhlich Wasser. Eine einzige Katze sitzt am untersten Rand und ignoriert die Hunde, sie hat nämlich zwei Vögel, die auf einer Laterne sitzen, im Visier. Süß, oder?

Was mir an mir bereits aufgefallen is: In Hamburg, sobald ich aus der Tür raus gehe, auch wenn es nur die fünf Minuten zu Penny sind, zack, hab ich sofort Kopfhörer drin und es vergeht kaum eine Minute ohne Musik. Das hatte ich in der ganzen Woche hier noch kein einziges mal. Mag vielleicht an der englischen Sprache liegen, der ich einfach zu gern lausche…..

An Tag vier bin ich dann nachm Frühstück los Richtung Osten. Geplant war zum Woodbine Beach. Nach 1,5 h Marsch bin ich derart in Regen gekommen, dass ich überlegt hatte mir ein Uber zu nehmen und zurück zum Hostel fahr. Zum Glück bin ich so geduldig…und hab an einer Eingangstür gewartet. Knapp ne ¾ Std. Statt bis zum Strand, bin ich dann „nur“ bis zum Tommy Thompson Park gelaufen. Da aktuell der Wasserstand recht hoch ist, ist die Brücke geschlossen, dass man nicht auf den hinteren Teil der Insel kommt. Wollte eh nicht mehr weiter laufen. Ich hab dann nen ganz coolen Spot entdeckt, den man vom Weg aus nicht sehen konnte und hab von dort aus dann die Aussicht auf die Stadt genossen.

ich, wie ich happy bin.

Zurück war ich ehrlich gesagt zu faul und es war schon recht spät. Also hab ich tatsächlich 7$ in dieses Fahrradgeschäft investiert. Unlimited 30 Minuten. Da es in der Stadt UNFASSBAR viele dieser Radstationen gibt, hat man wahrlich kein Problem innerhalb dieser halben Stunde eine neue zu finden. Was aber super nervig ist, ist dass man jedes mal sein Account prüfen lassen muss um einen neuen Code generieren lassen zu können um dann sein Fahrrad wieder zu entleihen.

Um ehrlich zu sein, möchte ich nicht in der Stadt Auto fahren. Das war teilweise schon hart sich als Fahrradfahrer auf ner vierspurigen Straße zu behaupten.

Als early bird steht man früh auf, um was vom Tag zu haben. So auch ich. Waterfront Tour endlich gebucht und gemacht.

Da sind mir schon zwei junge Mädls ins Auge gefallen, die ich im Hostel am Frühstückstisch schon erspäht hab. Zwei deutsche. Die beiden haben das irgendwann auch mal gerallt, dass ich aus Deutschland bin und eine davon hat mich am Ende der Tour angequatscht. Ich hatte ursprünglich nen coolen Plan für den Tag. Jetzt nicht mehr. Aus welchem Grund auch immer, haben sie ihren über Bord geworfen und sind nicht aufn CN Tower. Wollte ich nämlich nicht. Dann hatte ich sie leider an der Backe. Nichts für ungut. Aber ich wollte meinen restlichen Tag nicht damit verbringen sie zu sitten. Eine der beiden hat nämlich gar nicht gesprochen, weder auf englisch noch auf deutsch und die andere war total unsicher in allem. 18 Jahre übrigens.

Abends saß ich dann am Lake Ontario mit nem Bier und hab den Abend ausklingen lassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Afrikanisches Festival hat am Hafen stattgefunden.

Noch ne weitere Nacht wollte ich nicht nochmal hinzu buchen im Hostel, auch wenn ich noch keinen blassen Schimmer hatte, wo ich als nächstes hin sollte. Was das angeht, bin ich tatsächlich absolut tiefenentspannt. Irgendwo werd ich wohl immer unterkommen. Jetzt erst recht.

Vielleicht hab ich gerade deswegen beim Frühstück zwei Mädls kennengelernt, natürlich auch aus Deutschland, die ihr Zelt inkl. Isomatte verkaufen wollten.

Na prima, haben sie ja genau die richtige angelabert. Mir kann man nämlich ganz gut was verkaufen. 😀

Wir erinnern uns gemeinsam an Tag drei, als ich meinte, ich müsste noch weiter aussortieren..

Nach ner Stunde rumprobieren wie und ob ich das transportieren/tragen kann und coolen Gesprächen, hab ich die beiden, und ich hoffe die beiden mich, glücklich gemacht 😀 (links vorher, rechts nachher).

Danke Tante Helga, deine 50€ sind somit hoffentlich gut investierte 50€ gewesen.

Mit den Worten „Tschüss Schneckenhaus“ wurd ich also weiter in mein Abenteuer geschickt.

Fix hab ich mir noch für die nächsten drei Nächte n Airbnb im Norden Torontos gebucht (North York). Probeweise bin ich die 16 km dann mal mit meinem neuen, größeren Schneckenhaus gelaufen.

Im nachhinein hätten es hier vielleicht auch zwei Nächte getan. Von Außen huiuiuiiii von Innen bisschen pfui. 😀

Hier kommen wohl meine Flip Flops zum Einsatz.

In den kommenden Tagen werd ich jedenfalls schauen, wie ich am Besten in National Parks komm, mir n Auto kaufen, mich ner Tour anschließen oder zu wandern?!

Aufjeden Fall lern ich hier ganz neue Seiten an mir kennen.

So spannend das hier alles auch ist, in den letzten Abenden bin ich doch etwas an meine Grenzen gestoßen.

Aber das war mir von vornherein klar, dass der Tag irgendwann kommt. Ging mir ja in Hamburg nicht anders. Ich muss mich da jetzt einfach durchbeißen, es kommen sicherlich noch coole Eindrücke und Einblicke. Ich wünsch mir nur, dass ich mehr Kontakt zu wirklichen Kanadiern hab. Nur wie soll das gehen, wenn die normalos einen geregelten Alltag haben und ich nur auf Durchreise bin?! Es ist einfach ein komplett anderes Leben, woran ich mich definitiv noch gewöhnen muss. Angefangen von Selbstgesprächen führen, teilweise sogar auf Englisch. Könnte ja sein, dass mich mal jemand fragt, was ich bis jetzt von der Stadt halte und dann hab ich schon mal mehrere Beispielgespräche durchgeführt 😀 bis hin zu alleinigem Restaurantbesuchen. Aktuell fehlt mir definitiv jemand an meiner Seite, der mir gut tut und mit dem ich alles teilen kann. Aber kein Grund zur Unruhe, klein Sensibelchen muss sich nur etwas mehr Zeit geben. Ich bin super stolz und dankbar, dass ich überhaupt die Möglichkeit hab, mir endlich meinen Traum zu verwirklichen. Also heißt es jetzt: Laptop an und Abenteuer planen.

Ich sitz im Bett und hab jetzt schon mächtig Muskelkater von dem Probemarsch. Herrje. Achso, Ausschlag auf meinem Hüftgold inklusive. Da sitzt der Gurt vom Haus. Ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen, wie viel kg ich da aktuell buckel.

Wenn ich danach nicht ne krasse Rücken- und Beinmuskulatur hab, dann weiß ich auch nicht.

Over and out.

Hinterlasse einen Kommentar