Na ihr, wie habt’s a’s?

Da wir ja alle irgendwie im gleichen Boot im Moment sitzen, sind wir auch alle miteinander irgendwie verbunden.
Toll, oder? 😀
Auch bei mir haben sich meine Pläne komplett zerschossen. Aus der Farm in Magog, um meinen eigenen Ahornsirup herzustellen, wurde leider nichts, da ich nicht nach Quebec einreisen hab dürfen und Farmarbeiter auf’s Eis gelegt wurden.
Das hat mir bisschen das Herz gebrochen. Das war neben der Sprache lernen, mein größtes Ziel, was ich dachte, welches ich ziemlich sicher erreichen kann. Man soll sich ja kleine Ziele setzen um motiviert zu bleiben. 😀
Da schmolz meine Motivation dahin, wie der Schnee in Toronto. Deswegen war es leider rausgeschmissenes Geld, meine Schneeschuhe. Und ich bin irgendwie nicht auf die Idee gekommen, sie zeitnah zu verkaufen. Jetzt im Juni tu ich mir natürlich extrem schwer, die Dinger an Mann zu bringen. 😀

Ich mein, es gibt definitiv schlimmere Orte als Toronto, um „festzustecken“. Ich bin nach wie vor unfassbar dankbar und froh, dass ich bei Josh’s Familie Unterschlupf bekomme – auf unbestimmte Zeit. Das ist alles andere als selbstverständlich!

Aber auf Grund der Situation kann ich aber auch nicht so viel aus’m Nähkästchen plaudern, weil all zu viel is hier auch nicht passiert. Ich hab gerade nachgeschaut, was ich das letzte Mal zu berichten hatte und vor allem WANN ich das letzte Mal was berichtet hab. Und nach drei Monaten kann man schon mal wieder n kleinen Einblick in mein Chaos lassen, nicht? 😀

Man soll die Feste ja feiern wie sie kommen, da soziale Kontakte außerhalb des Hauses rausfallen, hab ich mein Leben am Schopf gepackt und kann jetzt sagen: falls jemand Tipps und Tricks braucht, ich hab jegliche Formen des Sudokulösens studiert, von single naked über triple pair über x-wing, falls jemand also Bedarf hat…Ich kann aushelfen. 😛
Was mein Interesse in der Corono-Zeit noch geweckt hat? Die amerikanische Gebärdensprache – American Sign Language.

Schau doch mal selbst:

Hey, ich heiße Lisa, bin in Deutschland geboren aber wohne seit Januar 2020 in Toronto.
Ich lerne Zeichensprache mit meinem Freund Josh. Wir gehen laufen, wandern und wir genießen kühles Bier.
Ich vermisse euch!
Hast du es verstanden?
Nicht jetzt? Vielleicht wenn du es liest.
Byyyeeeeeee


Hey, my name is Lisa, I was born in Germany but I live in Toronto since 2020.
I learn sign language with my boyfriend Josh. We go running, hiking and we enjoy cool beer.
I miss you!
Did you understand?
Not now? Maybe if you’re reading it.
Byyyeeeee

Das ist ziemlich cool, oder? Ich hab tatsächlich noch nie darüber nachgedacht, Gebärdensprache zu lernen. Und daher war auch mein Tellerrand ziemlich flach. Ich dachte irgendwie, dass das eine eigene Sprache sei, also dass wenn man Gebärdensprache spricht, spricht man nun mal diese Sprache. Weit gefehlt. Nicht nur, dass es deutsch, englisch, französisch und so weiter gibt, nein es gibt auch noch sozusagen Dialekte. 😀
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, welchen Stil ich hier lerne. Jedenfalls isses amerikanisch. 😀
Ich weiß gar nicht was schwieriger ist, Sign Language „lesen“ oder „sprechen“. Mein Hirn is jedenfalls ordentlich am schaffen. Wenn Wörter buchstabiert werden, oder auch Namen (siehe „Josh“, ich krieg’s nicht in einem Rutsch gebacken 😀 ), sind ja auf Englisch, mein inneres Auge liest aber auf Deutsch, was das Ganze manchmal verwirrender macht und von Zahlen wollen wir gar nicht erst sprechen. 😀 Außerdem sollten die Gesichtsausdrücke auch übereinstimmen und mit machen, daran arbeite ich noch, zum Glück lern ich das zum Vergnügen und muss keine Prüfung ablegen. 😀 Aber es macht Spaß und wer weiß, wofür es mal gut sein kann. Nur bringt’s mir in Deutschland nix….Ach naja, schaden tut’s jedenfalls nicht. Ich bleib am Ball. Vorerst. 😛

Und halleluja! Wie hätte ich es unkommentiert lassen können: Mein Geburtstag! 😀
Wie Weihnachten war mir bewusst, dass es dieses Jahr gänzlich anders wird. Aber auch wie schon im Dezember, hatte ich einen wundervollen Tag! Video-Chatten mit Freunden und Familie, mit Gläsern Gin anstoßen, mit Liebe überschüttet werden und am Ende des Tages und für die nächsten Tage gab es meinen Lieblingskuchen: Zitronenkuchen. Yammi, war das ein Fest! Ich glaube der Beste Zitronenkuchen den ich je gegessen habe!
Wenn ich nur daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. 😀

Als dann endlich mein Kuchen aufgegessen war, gab’s schon das nächste Fest: Joshi’s Geburtstag. Ich hab ne vier schichtige Schokotorte gebacken. Halleluja. 😀 Davon hatten wir auch mehrere Tage was von.

Bis jetzt konnten wir leider noch nicht das Geschenk einlösen, aber sobald sein Sommersemester vorüber ist und hoffentlich Corona nicht mehr die Macht über alles alles hat, können wir einen Flug über Toronto/Niagarafälle machen. 🙂

Zumindest sind wir sportlich recht aktiv, wir gehen echt viel laufen und auch wandern. Also unsere Wanderungen sind jetzt nicht irgend n Buckel hoch hieven. Das sind mehr so Langstrecken-Wanderungen. Aber nicht weniger schön. 🙂
Das machen wir meist samstags, den ganzen Tag.

An dem einen Tag zum Beispiel, haben wir spontan ne andere Richtung eingeschlagen und das war die beste Entscheidung überhaupt, das war einer meiner schönsten Tage in meinem Leben. Hihi.
Statt sich abzuhetzen – hatten ja nur noch ca 14km zurück nach Hause – haben wir spontan entschieden, dass wir uns den Sonnenuntergang im Tommy Thompson Park anschauen (das ist ne Halbinsel, wo ich im letzten Sommer schon mal war, falls ihr euch noch erinnert 🙂 (Blogpost vom 11.08.2019)). Man hat den perfekten Blick auf die Toronto Skyline und dazu noch n kleines Feuerchen. Ziemlich perfekt. Man braucht gar nicht viel Geld ausgeben um einen perfekten Moment einfangen zu können. 🙂

Was auch neulich ne coole Samstagsrunde war, als wir los gestiefelt sind und dann sind wir in dem Park und an der Platz gewesen, als ich damals, hahaha, also letztes Jahr im August, von Unterkunft zu Unterkunft mit meinem Rucksack gewandern bin. An dem Tag, hatte Josh mich nach seiner Schule für 14km begleitet und auf dieser Bank saß ich, als wir kurz rast gemacht haben, er saß vor mir im Gras und ich hab versucht, mehr schlecht als recht, irgendwelche englischen Sätze über meine Lippen zu bekommen. Es is echt so cool zu sehen, wie ich mich schon verbessert hab und es macht so Spaß in den Errinerungen zu schwelgen! Ich vermisse wirklich die Abenteuer. 🙂 Aber es tut auch so gut, einfach mal raus zu kommen, wie im nächsten Abschnitt zu sehen/lesen.

Sobald die Pforten etwas gelockert wurden hier in Ontario, sind wir los getigert für’n Wochenende und sind zu den Kawartha Highlands gedüst. Haben am Eels Lake geschlafen und am nächsten Tag ne Wanderung im Silent Lake Provincial Park gemacht. Um den See rum. Obwohl uns eine Frau darauf hingewiesen hatte, dass wir Mückenspray aufjeden Fall verwenden sollten (sie selbst war mit einem Netz über den ganzen Oberkörper bedeckt), hab ich es vergessen. Dumm, ich hab nämlich zwei Sprays im Auto. Also hab ich die harten Konsequenzen ertragen müssen. Josh hat mich definitiv von ner anderen Seite kennengelernt und ich glaub ich hab noch nie so oft innerhalb von sieben Stunden geflucht. Er kennt jetzt vom Hören jegliche Ausdrücke vom Fluchen. 😀 Auf dem Foto seht ihr nur einen Arm…der andere war genauso schlimm, Beine und meinen Po wollt ihr erst gar nicht sehen! Zum Glück war die Location schön. Der Wanderweg war an sich auch wunderschön, wenn die Millionen Mücken nicht wären. Ich hab mir zum Ende hin mit einem Pinienzweig um die Ohren geschlagen, dann hab ich wenigstens dieses ätzende Geräusch nicht andauernd im Ohr gehabt. Gott, was hasse ich Mücken. 😀

Was gibt es noch? Was mir spontan noch einfällt:
Auch wenn ich ein riesen Fan von Waschbären (im englischen Racoon, für mich aber Racooni) bin, muss ich zugeben, dass sie hier in der Stadt wirklich eher zu den Ratten gehören.
Das ist wirklich schade, aber ich kann verstehen, dass manche diese niedlichen Wesen absolut nicht ausstehen können.
Wir haben zum Beispiel im Garten ein Gemüsebeet (Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Karotten, Salat, alles mögliche) und der Kot der Waschbären ist toxisch. „Leider“ hat sich eine Waschbärenfamilie unter der Holzterrasse eingenistet und es ist hart die los zu werden. Ich freu mich aber immer (nicht mal heimlich), wenn ich die Familie auf unserer Terrasse seh und hinter Mutti vier kleine Babies tapsen.

Der Sommer ist noch nicht mal offiziell in Toronto angekommen, wir haben aber schon seit Wochen um die 27°C. Ich kann es kaum erwarten, bis endlich die Klimaanlage geliefert wird. Im Dachboden (sozusagen ne Galerie) zu schlafen, ist echt kein Fest.
Die Klimaanlage von letztem Jahr sollen wir nicht installieren, weil die nur ins Fenster gespannt wird und dadurch, dass das so weit hoch oben ist, ist es zu gefährlich, falls jemand unten lang läuft und das Ding runter fliegt. Also noch n bisschen schwitzen.

Zu guter Letzt zeig ich euch noch, wie ich finde, beeindruckende Bilder vom Wachstum des Gemüses. 😀

In diesem Sinne, passt alle gut aufeinander auf!
Ich melde mich das nächste Mal hoffentlich etwas eher, weil ich tatsächlich plane, dass ich in den nächsten Wochen – sobald ich mein Papierkram mit der Erneuerung von meinem Reisepass irgendwann durch habe – in Westen zu reisen.
Und dann mal sehen, ich erkundige mich gerade über Möglichkeiten, meinen Aufenthalt hier zu verlängern.
Alles kommt und passiert aus einem bestimmten Grund, richtig? Daher vermute ich, dass ich keinen Job im Labor aktuell finde, weil ich ja eigentlich reisen möchte und mit nem „richtigen“ Job würde das nicht gehen.

In meinem Kopf hatte ich die Vorstellung, dass ich mit dem „skilled Job“ mich für das Young Professional Visum bewerben kann, allerdings, dank COVID-19, ist dieses Verfahren aktuell sowieso auf Eis gelegt. Daher macht es ja gar keinen Sinn, als MTA hier zu arbeiten, oder? 😀

Mal sehen, es bleibt definitiv weiterhin spannend und ich werde schon noch früher oder später rausfinden, was das Leben mit mir so vor hat. 😀
Ich bin offen für alles – denke ich. 😛

Macht’s es gut ihr lieben! Ich denk ganz viel an euch.
Sonnige Grüße gehen an euch raus, aus Toronto.

Eure Lisa ❤

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