
Woooowwww Leute, zum Glück verdiene ich nicht mein Geld mit bloggen. Damit würde ich nämlich definitiv kein Geld verdienen, dafür mach ich das hier offensichtlich viel zu sporadisch.
Auch wenn das mit diesem „Geld verdienen“ sich sowieso in den letzten zwei Monaten hier in Toronto etwas…nennen wir es mal „anstrengend“ gestaltet hat.
Wenn ich mal von vornherein Recherche betrieben hätte, hätte ich hier vielleicht auch nicht so blöd aus der Wäsche geschaut.
Da Toronto, bzw. im Allgemeinen die Großstädte, sich für Work and Traveler eher für die Sommermonate zum Arbeiten anbieten. Blöd, dass ich im Sommer besseres zu tun hatte, als zu arbeiten. :p
Meine geplante Au pair Stelle in Etobicoke hab ich abgeblasen, weil die Mutti einfach jedes Mal, wenn wir ein Treffen vereinbart hatten, abgesprungen ist und es verschoben hat. Und als sie das dann zum vierten Mal verschieben wollte, dachte ich, ich krieg zu viel. Wollte den ganzen Tag im Bett verbringen und nicht wieder aufstehen. Also man muss dazu sagen, ich hab sie bereits getroffen und es ging um den Einzugstermin.
Josh’s Ratschlag war: „schau einfach nach ner anderen Familie“ – ja…easy peasy 😀
Au pairs werden nämlich wenn dann Hände ringend für long-term, also 6 bis 12 Monate gesucht. Und zu dem Zeitpunkt war ich noch ne ehrliche Haut und hab immer fleißig gesagt, dass ich nur was bis Mitte März suche.
Aus dem „im Bett liegen bleiben“ wurde aber doch nichts. Ich wurde nämlich tatsächlich von einer Familie angeschrieben, die in der Not war, weil ihre aktuelle Au pair ein Jobangebot ab dem 3. Januar bekommen hat und hätte eigentlich bis März bleiben wollen/sollen.
Und zudem wohnte die Familie im Osten Torontos, in den Beaches, super schöne Gegend, zentral und nur 20 Minuten von Josh entfernt.
Klingt alles zu perfekt? – Dachte ich mir anfangs auch, aber hab mich einfach so sehr gefreut, eine nette Familie mit zwei zuckersüßen Jungs (3 und 6) gefunden zu haben.
Die Konditionen bei meiner neuen Familie waren auch unschlagbar besser, als die bei der Familie in Etobicoke, da hätte ich nämlich eher zahlen und arbeiten müssen, statt wohnen und bezahlt zu werden. 😀
Bin also direkt mit Sach und Pack eingezogen und dadurch, dass die Mama im Hause so wahnsinnig gut organisiert ist, hatte ich bereits meinen Stundenplan für die nächsten zwei Monate. Ziemlich lässig dachte ich, dann kann ich aufjeden Fall paar Kröten nebenbei noch verdienen. Bin also los marschiert, hab meine Ansprüche runter geschraubt und bin drei Tage mit jeweils 10 Lebensläufen los getigert und hab sie in jeglichen Cafés und Restaurants eingereicht. Das Ergebnis: mehr als ernüchternd.
Auf jeglichen Blogs oder Foren im Internet kann man lesen „wer in Kanada keinen Job findet, muss sich wirklich dumm anstellen“. Hm, gibt dir jetzt nicht unbedingt n besseres Gefühl. 😀
Tatsächlich war das das erste Mal, dass ich mich für meinen Lebenslauf geschämt habe. Was natürlich absoluter Quatsch ist, weil ich ziemlich stolz darauf bin, dass ich drei Jahre in der Humangenetik – Onkologie, zwei Jahre Transfusionsmedizin und zwei Jahre in der Tropenmedizin gearbeitet habe.
Ein Restaurant, in das ich eigentlich gar nicht mehr rein gehen wollte, hat mir aber tatsächlich die Chance gegeben, dort als Busser anzufangen. (Ich hab gerade das erste Mal das Wort „Busser“ übersetzt und wie ungefähr alles, klingt es im Englischen besser. 😀 – Geschirrabräumer). Naja, jedenfalls haben sie mir die Chance gegeben, im Foodservice mal endlich n Fuß rein zu setzen. 😀 Obwohl ich auf die millionste Frage, ob ich Erfahrung hätte, mit einem genervten schmunzeln wieder antwortete: „No, not yet“.
Ich bin dort auch nur rein, weil ich in einem Café zuvor abgewimmelt worden bin, und mein Lebenslauf nicht mal angesehen wurde, da ich keine Erfahrung in dem Bereich hätte und ich den letzten Lebenslauf somit noch in der Hand hatte.
Meine Schichten haben sich aufs Wochenende konzentriert. Was will man auch mehr? Wenn man einen Job hat, den man innerhalb von zwei Tagen so sehr nicht ausstehen kann und keine freien Wochenenden, an denen normalos frei haben.
Es hat gut Geld gegeben. Das war der einzige Grund, warum ich Strichliste zum Kündigungstag führen wollte. Dazu kam’s aber erst gar nicht, weil ich an Schicht sechs entlassen wurde. Ich hab mit der Managerin ein Abschlussgespräch geführt, was ziemlicher Quatsch war. Ich hab ihr unter anderem mit auf den Weg gegeben, dass wenn sie nicht zufrieden mit der Arbeit ihrer Mitarbeiter ist, dann soll sie sie nicht bei jedem Vorbeigang hoch loben, das führt nämlich offensichtlich zu Missverständnissen. Meiner Meinung nach, hab ich aber ernsthaft einen guten Job geleistet. Wie dem auch sei, ich hab mich über meine wieder freien Wochenenden gefreut.
Naja und der Segen mit der Familie hat sich dann auch bald als Fluch, oder zu einer persönlichen Mission umgesattelt. Es ist ziemlich beängstigend, wenn man bei so manchen Familien mal hinter die Kulissen schauen kann. Da kann das ganze noch so adrett wirken.
Ich bin jedenfalls nach ein paar Wochen nicht mehr so ganz im Einklang mit Mama und Papa gewesen, aber das ist okay, ich hab mich bewusst dazu entschieden und kann gut damit leben, dass sie mich nach sechs Wochen vor die Tür gesetzt haben. Nur wirklich sehr sehr schade, dass ich mich nicht mal von den Kindern verabschieden konnte, die hatten nämlich mit dem ganzen nichts zu tun. Und auf die letzte Bezahlung von Hause L. warte ich auch noch vergebens. Das wird wohl auch nix mehr. 😀 – wäre immerhin fast 2x meine Handyrechnung gewesen. Mist.
Seitdem bin ich wieder bei meiner geliebten Auffangstation Josh.
Jetzt ist Anfang März und in 2,5 Wochen geht’s für mich nach Magog, Qebec auf die Ahornfarm. Gefühlt hab ich in den zwei Monaten nichts gemacht/geschafft. Ich wollte ja die Zeit hier nutzen um ordentlich zu ackern und Geld für die nächste Reise anzuschaffen. Hat irgendwie nicht so ganz geklappt. Erfahrungen im persönlichen Bereich hab ich aufjeden Fall gesammelt. Das is doch auch was, oder?
Meine letzten drei Wochen in Toronto nutze ich jetzt aber wirklich nochmal aus, um an die letzten Geldscheine ran zu kommen, die möglich sind. – Dachte ich und bin mit den nächsten 10 Lebensläufen in Supermärkte gestiefelt. Regale einräumen, dürfte ja nicht so schwer sein, oder? Allerdings werde ich auch hier nach meiner Erfahrung gefragt. Auf meine Antwort mit „Nein, ich hab noch nie Regale eingeräumt, aber dadurch, dass ich mich selbst versorgen kann und somit einkaufen gehe, weiß ich, wo was ist und dass ich mir sicher bin, dass ich das Prinzip schnell umsetzen werde.“, werde ich nur angegrinst und bekomme gesagt, dass sie sich melden. Ja, sicher. Ich fühl mich mittlerweile schlecht wegen dem ganzen unnütz ausgedruckten Papier, was ich hier verballer. 😀 – Meine Rate für „Rückmeldungen“ liegt bei 100%. Langsam schleicht sich doch wieder meine frühere Einstellung „wenn die mich nicht wollen, will ich die auch nicht“ ein.
Also lege ich mir Profile im Internet an und geh zu meinem Fachgebiet Babysitten zurück. Das gibt mir wenigstens ein gutes Gefühl, sowohl beim ersten Kennenlernen, während der Betreuung als auch danach. Hier kann ich nämlich stolz sagen, dass ich eine 100%ige Rate hab, dass ich den Job bekomme, sobald ich den Raum betrete. HA!
Aktuell hab ich drei dieser Jobs, wenn auch eher sporadisch. Aber immerhin kommt sporadisch Geld rein, wobei ich auch noch Spaß habe. Ich hoffe nur, dass die sich jetzt in den zwei Wochen nicht überschneiden, sonst geht mir ja wieder Geld flöten. Fingers crossed.
Mein Gewissen plagt mich allerdings auch, weil ich egoistisch handle und den Familien noch nicht gesagt hab, dass ich nur paar Mal kommen kann. Aber darauf kann ich jetzt wirklich keine Rücksicht nehmen, weil ich jeden Schein brauche, den ich kriegen kann. 😀 Ich hab nämlich noch großes mit Susi vor.
So und um diesen Eintrag noch mit was schönem zu schmücken, erzähl ich euch noch flott, dass Josh und ich nächstes Jahr im Sommer heiraten werden. 😀
Nein, Spaß. :p
Wir haben aber tatsächlich coole Sachen unternommen, wie zum Beispiel neulich in Muskoka, wo ich im November bei Philip und Louise auf’m Cottage war. Das war ziemlich cool, dort ist ne angelegte Eisfläche von 1,5km durchn Wald mit Fackeln.

Dann haben wir noch bisschen mit Philip und Louise gequatscht und waren noch auf dem See Schneeschuhwandern. Das hat wirklich Spaß gemacht. 🙂





Dann hat’s in Toronto neulich auch ganz doll geschneit und ich konnte nochmal los mit meinen Schneeschuhen, für zwei Stunden. Aber bis jetzt kann ich noch nicht wirklich behaupten, dass sich die Anschaffung wirklich gelohnt hat. Ich hoffe auf Schnee in Magog, wenn ich auf der Ahornfarm bin. Das wär ziemlich cool!





Und zu guter Letzt, die letzte großartige Unternehmung war am letzten Februarwochenende, da gings nach Detroit! Vielleicht denkt man sich hier erstmal: Hö, wieso Detroit? Keine schöne Stadt und dazu noch hohe Kriminalität.
Nach kurzer Recherche musste ich aber sagen, dass die Bilder bei Google hübsch aussehen und es durchaus einiges zu sehen/unternehmen gibt und hab gleich mal ne ganze Liste geschrieben. 😀 Es ist nur 4,5 Stunden entfernt und Eminem ist dort aufgewachsen. Also perfekt für nen Wochenendtrip. 😀
Wir hatten unsere Unterkunft auf der kanadischen Seite und konnten nur mit Susi rüber in die Staaten. Es hat etwas länger gedauert an der Grenze. Susi, das kleine Chaosauto und ich wurden einmal komplett ausgefragt und gefilzt. Aber alles chic. Wir haben bei nem Wochenenmarkt, der immer samstags stattfindet kostenfrei geparkt und sind dann zu Fuß in der Stadt unterwegs gewesen. Wir hatten perfektes Wetter und ich muss sagen, ich hab mich direkt ziemlich wohl gefühlt in der Stadt, die is nämlich überhaupt nicht hässlich!
Seht selbst.

Blick auf kanadische Seite 







Genau, und sonst ist jetzt erstmal nichts weiter bis zur Ahornfarm geplant. Außer, dass ich mich mit den Mädls, die ich hier in Toronto kennengelernt hab, treffe. Daher gibt’s wohl dann erst wieder was von mir auf’m Bildschirm zu lesen, wenn ich bei der Farm in Magog bin.
Lange Umarmungen und viel Liebe gehen an euch raus.
Eure Lisa





