Dies Das Ananas

Bei dem Fight handelte es sich um Muay Thai. Wie man schon vermuten kann, isses eine Kampfkunst aus Thailand und seit dem 20. Jahrhundert global verbreitet.

Ohne mich zuvor damit auseinander gesetzt zu haben, hab ich einfach zugesagt und hab mich dann aufn Weg zu Josh gemacht, wo wir dann später von seinem Kumpel aufgegabelt wurden.

Der hat ganz schön auf sich warten lassen, sodass ich genug Zeit hatte, mich mit dem wahnsinnig schüchternen super süßen Hund anzufreunden.

Außerdem zwei Bier mit seinem Papa zu trinken, den ich übrigens nur mit höchster Konzentration und fixieren seines sich kaum öffnenden Mundes verstanden hab.

Josh hat mich schon vorgewarnt, dass ich wohl Schwierigkeiten haben könnte, ihn zu verstehen. Er isn Newfie. So werden die Newfoundlander genannt. Die haben irgendiwie ihre eigene Sprache. 😀

Mein absoluter Dauerrenner is folgendes Video, was wohl sehr prägend für die Kindheit war. 😀

Mir geht’s übrigens nicht so wie anderen, die anscheinend dann nur noch auf Englisch denken/träumen oder Schwierigkeiten haben, sich an deutsche Wörter zu erinnern.

Als ich gefragt wurde, ob ich noch n zweites Bier haben möchte, kam gerade Josh auf die Terrasse. Anstatt auf Englisch, meinte ich zu ihm „haben wir überhaupt noch Zeit für’n zweites? Wann kommt er denn?“ 3 verwirrte Augenpaare haben mich angeschaut. Ich hab’s auf Englisch wiederholt und musste über mich selbst lachen.

Pünktlich zum Fight haben wir’s aber zum Glück noch geschafft. :p

War ganz interessant das mal live gesehen zu haben. Denke jede Sportart is live ganz cool zu sehen. Allerdings wird das auch mein letzter Besuch bei einem derartigen Event gewesen sein. 😀

Das tut schon beim Zuschauen weh, wie die sich gegenseitig in die Köppe schlagen. Gerade Kinder…ich würde es meinen Kindern verbieten, die zerschießen ja jegliche Gehirnzellen.

Danach sind wir noch zu einem LCBO (man kann Bier/Liquor nicht im normalen Supermarkt kaufen) und haben uns mit teurer Kost eingedeckt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier in Kanada mal betrunken sein werde, da es einfach zu teuer is. 😀

Ich hab ehrlich gesagt gar nicht so genau gewusst, was für den Abend noch geplant war. 😀

Ich hab mich einfach angekoppelt, in der Hoffnung, n coolen Abend zu haben. Hat auch geklappt.

Wir hatten die Freundin von Eddie noch abgeholt. Sie war aber aus nicht ersichtlichen Gründen unglaublich angepisst. Und hat uns alle in eine unfassbar unangenehme Situation gebracht. – Frauen halt, oder? 😀

Ich habs einfach ignoriert und meine eigene kleine private Sightseeingtour im Cabrio durch Toronto Downtown genossen. Das war schon ziemlich cool! Später am Abend hat sie dann doch gefallen an der Runde bekommen und is aufgeblüht.

Am nächsten Tag, mein letzter Tag in Toronto, hing ich natürlich wieder ziemlich in den Seilen und hab meinen fehlenden Schlaf nachgeholt.

Die Fahrt mit Andrea nach Ottawa hat super geklappt. Wir haben uns die ganze Zeit über unterhalten. Ich bin immer noch ganz ausm Häuschen, dass sie seit 32 Jahren in Kanada lebt und ihre Kinder 3-sprachig aufgewachsen sind (englisch, französisch, deutsch). Wie cool is das denn bitte?!

Das Hostel in dem ich schlafe, isn altes Gefängnis, das seit 1862 für 100 Jahre für jegliche Gefangenen genutzt wurde. Von Betrunkenen über Mörder bis hin zu Kindern, die lediglich ne Frucht gestohlen haben.

Dadurch, dass sie es nicht umbauen dürfen, is es in manchen Bereichen nachts noch gruseliger. Die Rohre, die damals verlegt wurden, dienten dazu, dass die Wachleute immer hören konnten, was gesprochen wird. Die wurden also nicht entfernt und daher hört man teilweise Schritte oder die Toilettenspülung von jeglichen Etagen. Das Hostel hat neun Etagen und keinen Aufzug.

Drei Gefangene wurden offiziell erhängt. Unter anderem James Patrick Whelan. Sein Akt wurde öffentlich gezeigt. Allerdings wurde das ganze nicht richtig berechnet und er musste länger leiden, als geplant. Mehrere hunderte wurden inoffiziell an einem skurrilen Balken, wo man noch die Rillen vom Seil sehen kann, stranguliert.

In einer Zelle, die sie nutzten um sie zu bestrafen, indem sie sie einzeln in eine kleine Zelle ohne Licht einsperrten. Erst später haben sie gecheckt, dass sie aufgrund Sauerstoffmangels verstorben sind. Leo war einer der Gefangenen, er hat mit seinen Nägeln seinen Namen in die Wand geritzt.

Alles in allem isses hier wirklich gruselig, wenn man sich mal umsieht. Es hat schon nen komischen Beigeschmack hier zu sitzen. Aber das Bett und die Bettdecke sind äußerst bequem und kuschelig. 😀

Mein Campingfreund Mattes, 23, Berliner, is nicht nur zufällig im gleichen Hostel, sondern auch noch im gleichen Zimmer wie ich! Wasn Zufall, oder?! Creeeepy.

Nach dem Jail Walk bin ich erstmal bei 30°C in die Stadt gelaufen. Es is einfach so unfassbar warm. Jeden Tag. Ich kann mir wahrlich nicht vorstellen, wie es jemals so schweinekalt werden soll. 😀

Ich hab mir ne Map vom Hostel geschnappt und bin so n großen Rundgang gegangen. Rüber nach Québec und über die Portage Bridge wieder zurück nach Ontario. Durch kleine Gassen, durch Parks und über Märkte. Sehr idyllisch, die Promenade am Ottawa River. 🙂

Blick auf Ottawa von der Portage Bridge aus
Château De Fairmont Laurier

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