Âllo?

Wie schon angekündigt, gibt’s schon die ersten Ahornanekdoten von meiner Gastfamilie, leider aber kaum Fotos, weil….wovon?

Als ich angekommen bin, bin ich sehr herzlich von Marjorie, meiner Gastmutter, empfangen worden. Außerdem war ihre Mutter auch da, die jede Woche mindestens einmal hier sein wird. Mit der Mutter besteht lediglich die Problematik, dass sie kein Englisch spricht.

Jordan, 7 Jahre, hatte vor meiner Ankunft seine Bedenken wohl kund getan, wie er sich denn dann mit mir verständigen soll, wenn ich kein Französisch kann. Was übertrieben is, ich versteh nämlich ne Menge! Was ihm mittlerweile auch klar is. Und er hat mir auch gesagt, dass er das voll cool findet. 😀 Check!

Drei von vier Wochenenden ist er bei seinem Papa, so auch dieses. Zur Verabschiedung hab ich auch eine ganz schnelle Umarmung und „bye bye“ bekommen.

Ich schlaf außerordentlich gut hier. Das Bett is unfassbar bequem, etwas breiter wär nice. Aber ich will mich ja nicht beschweren. 😀

Nach der ersten Nacht wollte ich bisschen Sonne in mein Zimmer lassen und hab prompt den oberen Teil des Fensterrahmens abgerissen. Ich wollte lediglich das Rollo mit dem Bändel nach oben ziehen, dann hat sich die ganze Verkleidung verabschiedet. Ich hab sicherheitshalber mal Fotos gemacht, falls ich das für meine Versicherung brauch. Aber Marjorie war ziemlich entspannt. Ihr Freund hat es dann auch, vermutlich provisorisch, repariert. Jedenfalls darf ich nur eine der beiden Seiten öffnen, nicht hoch ziehen, nur die Rippen öffnen.

Abgesehen davon, sind hier sowieso paar Baustellen offen. Zum Beispiel die Haustür, die musste seit längerem repariert werden. Die lässt sie immer offen und im Falle, dass sie sich doch mal aussperrt, kann man durch den Garten und dann rein. Daher hab ich auch keinen Schlüssel bekommen. Oder der Wasserhahn in der Dusche.

An den Wochenenden hab ich immer frei. Dann bin ich Samstagabend auch noch spontan los und hab Marjorie gesagt, ich komm Sonntagabend/-nacht wieder zurück.

Wie soll’s auch anders kommen. Als ich nach Hause gekommen bin, war die Tür verschlossen und ich hab das klapprige super hohe Holztor zum Garten nicht aufbekommen. Zum Glück hab ich dank Susi jetzt immer einen Schlafplatz bei mir.

Ich bin froh, dass ich diese Woche noch nicht für Jordan’s Frühstück verantwortlich bin. Ich hab mir n Wecker auf halb acht gestellt, und bin gerade aus’m Auto gekrabbelt, als Jordan dann zum Bus los ist. Die Kids werden hier aber direkt vor der Haustür abgeholt, also kein großes Ding.

Kurz mit Marjorie gesprochen und die Lage erklärt. Die Haustür war übrigens verschlossen, weil sie das Schloss repariert hat. 😀 Jetzt hab ich aber einen Schlüssel.

Sie meinte, sie muss sich nochmal hinlegen, sie hat so schlecht geschlafen. Kam mir ganz recht, ich hab mich dann also auch nochmal hingelegt. Um halb 12 bin ich hochgeschreckt, weil noch ein Techniker kommen soll und Marjorie um 12 Uhr das Haus verlässt und ich dann also mit ihm alleine zu Hause bin. Hat auch alles geklappt soweit.

Eigentlich wollte ich noch duschen, allerdings hatten wir eine Maus im Bad, bzw. in der Badewanne. Ich frag mich wie sie dort überhaupt rein gekommen is. Jedenfalls sollte ich bis nachmittags warten und mit Jordan zusammen, die Maus wegbringen. Weil, sei ja eine ganz witzige Aktion mit ihm. 😀

Die Wanne wurde zwei Tage nicht geputzt, das war mir nicht klar, sonst hätte ich sie schon eher gewischt. Letztendlich hab ich’s gemacht, da sie sich geekelt hat und ihr Freund, verständlicherweise, nicht extra kommen wollte. 😀

Super spontan hab ich entschieden, natürlich in Absprache mit Marjorie, ich trag ja jetzt Verantwortung, dass ich nach Toronto fahr, damit ich auf das Bastille Konzert kann.

2019 wird immer besser, dachte ich. Nicht nur, dass ich mir die langersehnten Wünsche Kanada und Florida endlich erfülle, nein, ich hab endlich nach Jaaaaaaaahren Bastille live gesehen!

Dass das ganze ne recht teure Angelegenheit wird, war mir zunächst nicht klar. 😀

Bevor ich zum Konzert los bin, wollte ich nochmal kurz zum Auto, mir nen Pulli holen, Zähne putzen, Deo benutzen, Kontaktlinsen einsetzen,… das übliche halt.

Leider stand Susi nicht mehr an ihrem Platz. 😀 – Josh hat ganz schön geflucht kann ich euch sagen. Er meinte nämlich, ich kann da stehen. Dem war aber nicht so. Offensichtlich. 😀

Aber ich dachte auch, dass ich genau zwischen den Schildern stand, wo es dann erlaubt wäre.

Da ich dann in der ganzen Aufregung eher unter Zeitdruck stand mein Zug zu erwischen, hat Josh das Zepter in die Hand genommen und alle Nummern abgeklappert, um raus zu finden, wo Susi steht.

Naja, ich bin einfach nur happy, dass Susi nicht geklaut wurde. 😀

Da ich nichts, außer glücklicherweise meine Brille, meinen Autoschlüssel und ein Buch mit hatte, hat mir Josh ein two-way Ticket für den Zug gekauft. Ich war nur etwas hibbelig, weil mir bewusst war, das mein Handy im Laufe des Abends keinen Akku mehr haben wird und ich nicht wusste wo ich schlaf. 😀

Eigentlich wollte ich im Auto schlafen. Aber um meine Schlafplatzproblematik wollt ich mich erst nach’m Konzert kümmern. Erstmal genießen und Handy in Flugmodus.

Das war riiiiichtig richtig gut, das hat wirklich Spaß gemacht. Und mittlerweile macht’s mir auch nichts mehr aus, wenn ich alleine irgendwas unternehm. Außer vielleicht die Tatsache, dass ich gern das erlebte teilen möchte. In dem Moment. Andernfalls lass ich euch ja teilhaben. :p

Ich bin dann Richtung Downtown gelaufen, weil es erstens super schön dort is am Wasser und zweitens hab ich nochmal ca. 40 Minuten Zeit gewonnen um nach zu denken, wo ich am Besten nen Schlafplatz finde. Ende vom Lied war, dass Josh seine Eltern angerufen hat, er musste nachts arbeiten, und hat Bescheid gegeben, dass ich gegen 00:30 Uhr vorbei kommen werd. 😀

Achso. Meine Zugtickets hatte Josh übrigens. Als ich hektisch in Zug gestiegen bin und die Türen zu gingen, is ihm aufgefallen, dass sie noch in seiner Hand sind. 😀 Demnach bin ich 2x schwarz gefahren. Wenigstens das war unproblematisch. 😀

Seine Mama hat mir dann das Bett wieder hergerichtet und sich 100 Mal für die Unordnung entschuldigt. Was quatsch is, weil ich einfach froh war, mich einkuscheln zu können. 😀

Am nächsten Morgen hat mir Josh n Uber gerufen. Schon dämlich so hilflos ohne Kreditkarte bzw. generell Geld zu sein.

Ich also rein zum Officer und gesagt, welcher Van meiner sei. Er war einer der nicht sehr freundlichen Sorte. Nachdem ich, nach seiner Aufforderung ihm meinen Führerschein zu zeigen, sagte, dass ich meinen Geldbeutel im Auto hab, hat er erstmal die Augen geschlossen und tief durchgeatmet. Mich angesehen und meinte, ob ich ihn verarschen wolle und wenn ich Teil eines Verbrechens sein möchte, kann ich hier direkt wieder aus der Tür raus spazieren. 😀

Herrje.

Er hat mir mitgeteilt, dass es dumm von mir war, alles im Auto zu lassen und ich soll das in Zukunft nicht wieder machen. Thanks for the kind reminder. 😀

Nicht nur, dass ich die Rechnung für’s Abschleppen bezahlen musste, on top kam noch n falsch-parken-ticket. 😀 Es is mir überlassen, ob ich zahlen oder dagegen angehen möchte. Hab mich für die bequemere Variante entschieden und gezahlt. 😀

Das is so ne klassische learning by doing Situation gewesen. Andernfalls hätte ich vielleicht nie gelernt, bzw. mir „I got towed“ womöglich nicht so einprägen können. 😀 Nun kenn ich paar neue Wörter. Und positiver Nebeneffekt is auch, dass ich mich besser kennenlern und versuch so entspannt wie möglich zu sein. Kann die Situation sowieso nicht ändern in dem Moment. Stark, wa? 😀

Nachdem ich Susi wieder unterm Hintern hatte, ging’s straight los nach Montréal. Ich war mit meiner Gastfamilie bei deren Campground verabredet.

Das war……naja, ich war froh, als wir Sonntagabend wieder zu Hause waren. Die Tochter (7) von Marjorie’s Freund ist speziell. Aufgrund ihrer Vergangenheit. Freundlich ausgedrückt: Sie kann mich nicht leiden.

Nachts gab’s dann noch nen kleinen Notfall und Marjorie musste los. Ich also alleine mit Jordan zu Hause. Ich hatte einfach gehofft, dass er nicht aufwacht.

Is er aber. 😀 das war alles eine recht gruselige Geschichte. Ziemlich wie aus’m Horrorfilm geschnitten. Hab nicht gecheckt, dass er schlafgewandelt is.

Das war die Nacht vor meinem ersten Morgen, an dem ich ihn für die Schule fertig machen sollte. Ich hab natürlich verpennt. Er klopfte an meiner Tür, mehrmals, bis ich hochgeschreckt bin. Er stand da wie n Tropfen in seinem Pyjama und fragte, wie spät es ist, ob wir uns nicht beeilen müssten. 😀

Schnell Rührei gemacht, ihn hoch geschickt, dass er sich anzieht und Zähne putzt. Ausgerechnet an dem Tag war auch noch Fotoshooting in der Schule. 😀 Er kam mit’m Hemd runter, das falsch geknöpft und auf links war. 😀 War ein hektischer lustiger Morgen. Nachdem ich ihm die Regenjacke umgeworfen und seinen „sac de l’école“ aufn Rücken geschmissen hab, hat er glücklicherweise seinen Schulbus noch erwischt. Bevor er über die Straße gerannt is, hat er sich nochmal umgedreht, gegrinst und gerufen, ob er jetzt die Straße überqueren darf, ich ihm nur hinterher gerufen, du MUSST jetzt über die Straße. Mit den Worten „bonne journée!“ isser dann in Bus gehüpft. Er is schon niedlich. Hoffe das Foto auch.

Außerdem hab ich mich jetzt mit nem neuen Lauf Outfit eingedeckt. Ich dachte eigentlich ich werd hier mehr eingespannt und hab ordentlich zu tun. Ich mein, mir geht’s hier absolut nicht schlecht. Aber dadurch, dass wir außerhalb wohnen, sind meine Möglichkeiten etwas beschränkt. 😀 Und wie im Voraus besprochen, dass ich das Auto nutzen könne, is auch nicht so. Und ich will nicht andauernd mein Sprit raus ballern.

Jetzt dreh ich hier halt meine Runden.

Genau. Ansonsten. Wenn das Wetter mitspielt, wühl ich im Garten rum und reiß jegliches Gestrüpp raus und mach da bisschen klar Schiff.

Oh, ja. Ich hab mich jetzt bis Anfang Januar abgesichert. Derzeit bin ich dabei mich zu informieren, wo/wie ich mein Visum Ende Oktober aktiviere, meine Canadian ID hole und ein Bankkonto eröffne. Und wie ich das am Besten mit Susi anstelle, Ummelden: ja nein? Risiko: ja nein?

Ab 1. November bin ich in Magnetawan für drei Wochen zum arbeiten, dann werd ich eine Woche frei haben, weil ich mich nicht stressen möchte um von A nach B zu kommen.

Ab 1. Dezember bin ich auf einer Farm bis Anfang Januar. Darüber bin ich wirklich happy, ich war nämlich schon traurig, dass ich dieses Jahr keine Plätzchen backen kann. Da werd ich es aber tun, weil wir die auf’m Weihnachtsmarkt dann verkaufen werden. Das wird schööööööööööööööön. Muss nur noch fitter im Kopfrechnen werden. Hups.

So, Jordan is gerade nach Hause gekommen. Ich geh mal spielen!

Küsschen.

P.S.: Jordan hat mir gerade ganz stolz die Fotos vom Fototag aus der Schule gezeigt. Man sieht gar nicht, dass es ein hektischer Morgen war. Sehrrrrrrrrr niedlich!!!!

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