Kurz und knackig

was eigentlich so gar nicht mir entspricht, aber Bilder vom frisch gemähten Rasen erspare ich euch mal.

Hier passiert nicht sonderlich viel. Außer der tägliche Trubel mit Kind und Gepäck. Zum wiederholten Male hat er den Schulbus verpasst. Das war wieder ein Morgen…ging er mir richtig auf’n Zünder! Wir haben ihm gesagt, dass mein Auto kaputt sei, dass wir deswegen das nächste Mal mit dem Fahrrad fahren werden. Man kann nur zu Gott beten, dass er niemals wieder den Bus verpasst, solange ich hier bin. Fahrrad fahren mit ihm is nämlich auch keine Wohltat.

Mir geht auch die Umgebung hier langsam auf’n Nerv, weil hier einfach nichts geboten is. Ich vermiss bisschen die Zeit, bevor ich hier angekommen bin.

Der Park um die Ecke, der mir empfohlen wurde, wo Marjorie manchmal (würde eher selten sagen 😀 ) unnötigerweise extra mit’m Auto hinfährt, um dort mit Jordan Rad zu fahren, is zwar hübsch, aber nicht sonderlich groß. den Loop biste innerhalb von einem Kilometer gelaufen. Da stell ich mir eher die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, dorthin zu gehen. 😀

Wenn ich hier so meine Runden dreh, sammel ich immer wieder Plastikmüll auf und schlepp das unter Umständen bis mit nach Hause, da hier nirgends Mülleimer an den Straßen stehen. Aber für das, ist es auch sehr sauber. All zu viel sammel ich nun auch nicht auf. Wollte nur mal meine gute Tat kund tun. 😀

Neben dem Anblick der „Erziehung“ und dem daraus resultierenden vorzüglichen Benehmen, wobei meine Geduld derart strapaziert wird, hab ich wenig Verständnis für den Umgang mit Lebensmitteln. Die zwei Kühlschränke und vier Gefrierschränke in diesem Haushalt sind rappel voll. Und dennoch wird donnerstags alles abgegriffen, was man sich auch nur unter den Nagel reißen kann. Weil… is ja kostenfrei, dadurch, dass sie den Status „bedürftig“ hat.

Und das ist nicht mal alles, was bei der letzten Räuberei rum kam.

Auf der einen Seite ist es ja nicht verkehrt, Lebensmittel abzugeben, die knapp am Verfallsdatum schrappen. Allerdings sollten meiner Meinung nach die Supermärkte eine Grenze setzen.

Den Abnehmern ist es nämlich selbst überlassen, von was sie wie viel nehmen. Wenn ich mir mal die Mühe machen würde und alle Fächer ausräume und ausmiste, würde ich sicherlich knapp die Hälfte davon wegschmeißen. Man hat einfach keinen Überblick mehr, was wie lange schon wo im Kühlschrank gelagert wird.

Es ist schlichtweg nicht möglich, SO VIEL zu essen. Und ich kann ein guter Esser sein. 😀

Was hier an Unmengen an Brot ist, das ist unfassbar. Fächerweise eingefroren oder im Kühlschrank gelagert, bis es entweder bockhart oder verschimmelt ist.

Diverse Kuchen, Muffins, Fertigessen, Frischkäse, Fleisch, Cracker, Schokolade, Eiweiß aus Tetra Pak, 48 Eier und noch viel mehr, warten darauf gegessen zu werden.

Thema Fleisch ist auch sehr kritisch in meinen Augen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich überhaupt in meinem Leben jemals SO VIEL Fleisch gegessen hab. Ich hab teilweise schon Bauchschmerzen davon.

Allerdings wurde in dem Haushalt wohl der Fleischkonsum schon reduziert. Wie viel davor verschlungen wurde, ist mir rätselhaft. Hier landet nämlich mindestens 1x pro Tag Fleisch auf’m Teller, wenn nicht 2x. Auch in jeglichen Dips für Cracker und Brot ist Hähnchen verabeitet und wird gerne tagsüber zusätzlich gesnackt.

Ich komm mir schon unhöflich vor, weil ich sag, dass ich nicht mitesse bzw. etwas anderes esse.

Neben dem gestörten Verhalten gegenüber den Nahrungsmitteln, glaube ich, dass das Wasser auch eher verschwenderisch verwendet wird. Wie ich auf den Gedanken komme?

Die Kanadier zahlen hierfür nichts.
(Korrektur: https://ahornanekdoten.travel.blog/2019/11/13/first-experience/ )

Die meisten Häuser haben einen dicken Pool im Garten stehen, manche sogar mit Rutsche und Sprungbrett. Leider nicht meine Gastfamilie. Darauf könnte ich tatsächlich etwas neidisch werden, meine Nachbarn haben nämlich einen. Ich hatte während meines ganzen Aufenthaltes hier in Kanada noch keinen einzigen Pool. Demnach hatte ich auch noch kein Urlaubsfeeling. 😀

Wenn ich nicht gerade schlafe, netflixe, mich unheimlich auf Florida freu, im Garten buddel oder mit Jordan herbstliche Blätter sammel und trocknen lasse,

recherchier ich hier und da. Hieraus hat sich z.B. ergeben, dass ich mir meine Sozialversicherungsnummer nur auf Französisch erfragen kann und somit ins kanadische System aufgenommen werde. Ich sollte mir also noch weitere, spezifischere Vokabeln aneignen.

Jordan dachte, er könne mir dabei helfen, allerdings erweitert sich dadurch mein Wortschatz „nur“ um zum Beispiel écureuil (Eichhörnchen), coquillage (Muschel) oder poisson (Fisch). 😀

Neulich musste ich mit Susi kurz in die Werkstatt und das ging auch nur mehr oder weniger auf Französisch. Ich krieg das also auch irgendwie gewuppt. 😀

Hier hab ich wieder gemerkt, wie gern ich meine KFZ Ausbildung gemacht hätte. Ich werd im Laufe meines Work and Travels mal Ausschau halten, ob ich inner Werkstatt mit anpacken kann. Das Wissen brauch ich nämlich spätestens für meinen alten Mini Cooper.

Achso, was sich noch aus meinen Recherchen ergeben hat: Ich kann bei der Aktivierung meines Visums am Airport ein medical exam einreichen. Damit bekomme ich ein spezielles Visum, das mich dazu berechtigt, mich im Krankenhaus zu bewerben (in welcher Position auch immer das dann sein mag) oder auch, dass ich offiziell mit Kindern arbeiten darf.

Dafür soll ich beim Arzt ein Foto einreichen, was ich im Walmart schießen lassen hab. Ich hatte mir n kleines Gesicht gemalt. Bin mittlerweile ziemlich happy mit meinen Haaren, die sich immer mehr und mehr wellen und hab mich wohl gefühlt und dachte, dass das heute ein guter Tag sei, um ein hübsches Foto zu bekommen.

Sie zückte ihre kleine rote Digicam, löst zwei Mal den Auslöser aus. Jeder Schuss wohl ein Treffer.

Das Resultat, was ich erst nachdem ich bezahlt habe und in nem Briefumschlag überreicht bekommen habe, war furchtbar! Nicht nur die Qualität vom Bild, sondern auch das, was man darauf sieht. 😀

Ich schäm mich jetzt schon, wenn ich das morgen beim Arzt einreiche. 😀 Ich hoffe ich bekomm die Genehmigung, um mit Kindern zu arbeiten.

Fingers crossed.

Mehr gibt’s aktuell nicht zu berichten.
Hoffe euch geht’s allen gut. 🙂

A bientôt et bisou!
P.S.: so ironisch wie mein Blogname ist, ist auch die Titelüberschrift von diesem Eintrag. 😀

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