Welcome to Florida, the Sunshine State

Wahnsinn, jetzt war ich tatsächlich in Florida!

Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich mein komplettes Kinderzimmer damals mit jeglichen Flaggen, selbstgebastelten Herzen oder mit aus Neckermann Reisemagazinen verschiedenste Collagen geschmückt hatte. 😀

Meine liebste kanadische Reisebegleitung hatte ich auch im Gepäck: Josh. 😀 Nicht so richtig im Gepäck, da er aus Toronto angereist is und ich aus Montréal.

Für uns beide eine besondere Reise, da er das erste Mal aus seinem Land gereist ist und zum Beispiel unter anderem Palmen erstmals gesehen hat!

Da er das Reisen so nicht kennt, hatte ich den Vorteil, dass ich ihn noch etwas formen kann und ich bestimmen kann, WIE gereist wird. 😀

Nein, tatsächlich verlief alles sehr sehr entspannt. Wir hatten einen gesunden Mix aus alkoholischen Abenden, entspannte Tage am Pool, Aktivitäten wie kayaken, Airboat-Tour oder bisschen Sightseeing und beachen in Miami!

Oh kurzer Exkurs.
Ich möchte euch noch ein paar Bilder von meiner „Auszeit von Jordan“ zeigen. 😀

Susi und ich waren drei Tage in der Natur. Nur sie und ich. Das war herrlich. Wir hatten bestes Herbstwanderwetter.
Tag eins: 7 km
Tag zwei: 16 km
Tag drei: 16 km

So, nun aber zu Florida – Fort Myers

Das Airbnb kann ich nur wärmstens empfehlen. Auch wenn wir uns zwischenzeitlich nicht sicher waren, ob sie uns mögen (Das Paar wohnt in dem Haus). Dadurch, dass alles sehr sehr clean ist, hat man jetzt nicht unbedingt das Gefühl, dass es sehr heimelig ist, oder wird irgendwie doch vom schlechten Gewissen verfolgt, weil man den Abwasch erst nach dem Essen macht. 😀 Allerdings hat’s von Vorteil, dass selbst ich mich Barfuß irgendwie wohlgefühlt hab.

Aber dennoch war alles sehr entspannt, wir denken, dass das einfach deren Art ist. Am Ende sagten sie, wir seien die Besten und sie werden uns vermissen. Hm, ob das eine Standardverabschiedung ist? Egal. Es war ne mega Woche. 😀

Der Infinitypool is der Wahnsinn. Der Ausblick auch! Das war wirklich reinstes Urlaubsfeeling.

Das Wetter hat mich bisschen fertig gemacht, da es so unfassbar schwül war. Ich hab normalerweise nie Kopfschmerzen, aber während dieser Woche haben sie mich immer wieder gejagt.

Unsere ersten wilden Alligatoren haben wir in nem See, Richtung Everglades, gesehen. Leider konnt ich sie nicht mit der Kamera einfangen, weil das zu sehr gespiegelt hat und man nur den Rücken gesehen hat.

Nachdem wir gesehen haben, dass Miami nur 2,5 Stunden weg war, hatten wir uns entschieden am nächsten Tag dorthin zu fahren. Geplant war es, dass wir spätestens um 8 Uhr das Haus verlassen. Daraus wurde leider nichts, weil wir am Vorabend etwas länger auf waren. :p – Bier is aber auch im Vergleich zu Kanada super preiswert. 😀

Unser Tag startete also gemütlich um 10 Uhr mit Avocado-Ei-Sandwich am Pool. Nachdem wir dann alles gepackt und uns ins Auto geschmissen haben, ging die wilde Fahrt los.

Solange es nur geradeaus geht und ich aufm Highway ganz rechts fahre, fühlt sich Josh auch einigermaßen wohl als Beifahrer. Auf’m Rückweg ist er dann gefahren. Ganz ehrlich, jeder hat so seine Defizite beim Fahren, oder? 😀

Wir hingen zwei Stunden am Miami Beach ab. Da haben wir unsere ersten Pelikane gesehen. Das war richtig cool! Das war ziemlich spektakulär, wie die im Sturzflug ins Wasser schossen. Mitten im Menschengewusel. Die Frage is, warum? Fische haben sie da sicherlich keine fangen können.

Nachdem wir erfolglos versucht haben den Sand von uns zu waschen, sind wir auf Nahrungssuche gegangen.

Gelandet sind wir in nem suuuuuuuper noblen Schuppen, wo man sich schon beim durch-die-Tür-gehen unwohl fühlt, weil underdressed. Der Kellner hat den Namen des Restaurants erklärt – ich kann mich weder an den Namen, noch an die ausführliche Beschreibung wie es zu dem Namen kam, erinnern. Er hat einfach so unfassbar viel gesprochen und so schnell, dass uns hier der Appetit vergangen ist. Außerdem wären wir dort kapp 200$ los gewesen. Wir haben uns entschieden wortlos zu gehen.

Gelandet sind wir dann in einem, wohl eher Fast Food, Restaurant. Erst dachte ich..wow, wirklich? Aber das war die beste Poke Bowl die ich je gegessen hab! Vielleicht war es auch meine Erste. Aber die war super lecker. Lachs, Thunfisch, Edamame, Algensalat, Avocado, Salat. Genau mein Ding!

Danach sind wir noch etwas durch die Straßen geschlendert.

Am darauffolgenden Tag stand das Abenteuer Kayak auf’m Zettel. Abenteuer, weil wenn man sich die Karte mal angesehen hat, besteht Cape Coral aus einem einzigen Kanal-Labyrinth.

Ich hab sicherheitshalber mein Handy direkt zu Hause gelassen, ich wollt’s nicht nochmal verlieren. Jetzt nachdem das aktuelle ganz gut funktioniert.

Wir sind durch Zufall zu sowas wie einem See gekommen und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir zwei Delfine gesehen haben. Josh meinte es sei ein Hai gewesen. Was möglich ist, aber eher sehr unwahrscheinlich. 😀

Angeblich sollen dort aber Haie sein, allerdings nur alle Jubeljahre mal gesichtet werden.

Spätnachmittags sind wir dann noch los nach Sanibel Island / Captiva Island. Ich wollte mindestens einmal einen wunderschönen Sonnenuntergang am Strand sehen. Check!

Bevor die Sonne unterging, waren wir noch im Meer schwimmen. Das war schon schön!

Schaut’s euch das an:

Vollkommen Touri-like haben wir natürlich auch eine Airboat Tour gemacht in den Everglades.

Wir waren etwas früh dran und haben irgendwie die Zeit noch totgeschlagen. :p

Ich hatte bei der Tour mit nem Alligator und ner Schildkröte gerechnet, jedoch nicht mit niedlichen Waschbären in den Bäumen!

Da das der Tag war, an dem wir aus dem tollen Airbnb auschecken haben müssen und wir erst um 15 Uhr bei der anderen Unterkunft einchecken konnten, wollten wir noch nen kleinen Trail laufen. Daraus wurde leider nichts. Wir hätten mal das Schild am Anfang lesen sollen, dann hätten wir uns den Weg durchn Matsch gespart. Nach nem Kilometer ging’s dann nämlich gar nicht mehr weiter und wir musste im Schmodder umdrehen. 😀

Ich hatte dann etwas anderes rausgesucht und das war ziemlich cool!

Am Eingang sagte eine Besucherin zu uns, wir sollen aufpassen, da liegt ein Alligator im Gras, direkt am Wasser und der sei größer als wir. Ihr Mann hat nur den Kopf geschüttelt und meinte, sie soll aufhören zu quatschen. Sie wollten zum Auto. Das alles klang schon so, als würde sie uns verarschen wollen.

Tatsächlich waren aber zwei Schilder direkt am Anfang des Wegs, dass man Acht geben soll.

Als wir den Weg so längs sind, meinte ich dann plötzlich. „Ah schau, da isses ja, DAS hat sie wohl gemeint. Sieht aber nach Fake aus“. Josh is schnurstracks hin und wollte das Plastikkrokodil anfassen. Soweit kam es aber gar nicht. Das Viech hat plötzlich den Kopf gehoben, gefaucht und mit dem Schwanz zur Seite geschlagen. 😀

Während ich das schreib, muss ich wieder lachen. Eigentlich isses gar nicht so lustig, aber irgendwie doch. 😀

Es war aber auch ein unfassbarer Schreck!

Auf dem weiteren Weg ist irgendwas vom Weg ins Wasser gesprungen, wir haben es allerdings nicht gesehen, möglich, dass es n Otter war. Josh is jedenfalls zusammengezuckt. Der Alligator hat ihn ziemlich mitgenommen. 😀

Neben einem Frosch, einigen Fischen und einer kleinen Schildkröte – die ich allerdings nur einmal gaaaanz kurz gesehen hab, weil ich mit meinen Augen nicht klar kam, dass ich, statt der Wasseroberfläche..die Spiegelung der Blätter, den Grund scharf stelle. 😀 – haben wir zwei Adler gesehen. Coolio!

Abends sind wir dann bei der neuen Unterkunft angekommen, wo wir aber nur die letzte kurze Nacht verbracht haben.

Wir haben nur schnell Hallo gesagt und alles rein geschmissen. In der Nachbarschaft war nämlich von der High School n Footballspiel, das Josh erspäht hat. Wir also hin und festgestellt, dass das Kleingeld nicht reicht um überhaupt auf den Parkplatz zu kommen.

Sie haben uns aber reingewunken, weil wir nur so zum Ausgang wieder kamen. Ich hab das aber nicht gecheckt und meinte, was denn jetzt das Problem sei, dass wir doch jetzt aufm Parkplatz sind, obwohl wir nicht gezahlt haben, können uns doch jetzt einfach hier hinstellen.

War etwas naiv.

Wir haben uns ans andere Ende gestellt, aber Josh hat die Blicke der Jungs förmlich spüren können. 😀

Danke Papa, du hast uns wohl n Batzen Geld erspart. Ich hab mein großes Objektiv auf die Kamera geschraubt und man kann recht deutlich erkennen, dass wir aufgefordert wurden den Parkplatz zu verlassen. 😀

Wir sind dann nur noch kurz mal in Pool gesprungen. Gesprungen is zu viel gesagt. Das war schweinekalt. Für mein Empfinden. Meine Zähne haben geklappert und ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut. Mit Steffen hätte ich Schnick-Schnack-Schnuck gespielt!

Da schwomm ein Thermometer im Wasser. Was aber kaputt sein muss, das kann nicht stimmen. Das zeigte 29 Grad an. 😀

Nach der warmen Dusche hab ich noch fix Hundis gekrault und dann ab ins Bett.

War ne sehr kurze letzte Nacht, weil Josh schon um vier Uhr morgens am Flughafen sein musste.

Ich hab mich nochmal hingelegt und mich tagsüber um so Tüdelkram gekümmert, wie zum Beispiel tanken, staubsaugen oder auch hatte ich keine 2$ um die Toll-Gebühr zu zahlen, als ich vom Flughafen wieder ins Bett wollte. Sie meinte, ich kann es im Center nachträglich bezahlen. Nur blöd, dass das samstags geschlossen hat.

Mal sehen, wie die Rechnung zu mir gelangt. Genauso sind wir wohl mal fotografiert worden, wenn dem so ist, könnten es 100$ werden, weil wir auf der Spur gefahren sind, die für die mit nem SunPass reserviert war. Mal sehen und überraschen lassen.

Gut und heil in Kanada angekommen hab ich mir fix mein Arbeitsvisum erstellen lassen. Das ging wirklich ohne weiteres, ich hatte schon Muffen, ob ich alle Dokumente dabei hab oder ob doch irgendwas fehlt und mein Hirn hat vorsichtshalber jegliche Vokabeln abgeklappert.

Ich dachte eigentlich, dass ich innerhalb eines Tages meine Sozialversicherungsnummer (SIN), Bankaccount und neuen Handyvertrag aufm Tisch hab. Dem is aber nicht so. Mit dieser blöden Nummer steht und fällt alles.

Die SIN ist jedenfalls angefordert, die wird per Post geschickt, mein Bankkonto darf ich Widerwillen ohne die Nummer eröffnen, muss allerdings zwei Tage auf meinen Termin warten. Und erst damit kann ich mich dann um mein Handy kümmern.

Wer meinte, dass Erwachsensein Spaß macht? Ich mein, klappt ja alles. Und is ja auch richtig und wichtig sich um administrativen Mist kümmern zu können. Aber nervig isses allerweil. 😀

Sobald ich dann mal mein Handy wieder nutzen kann, muss ich mich unbedingt noch um Verträge in Deutschland kümmern, die kommen auch nicht in die Pötte. Ich sag ja…. 😀

Bevor ich meine Zelte bei Marjorie abreiße, treff ich mich nochmal mit Jacynthe in Montréal. Außerdem versuch ich meine neu erworbenen Schuhe aus China an ein Mädl zu verkaufen. Die Schuhe sind mir zu klein. Trotz Größe 42. Das doch Quatsch.

Am 30.Oktober geht’s zu ner Farm, bei Ottawa. Mich nur kurz vorstellen. Da werd ich nämlich im Februar arbeiten. 🙂 Freu ich mich schon, die haben ganz viele Tiere. Unter anderem Pferde! Februar is zwar knackig, was den Schnee und die Kälte angeht, aber ich hoff, ich kann trotzdem ausreiten!

In diesem Sinne…

Ich galoppier jetzt mal ins Bett.

Servus!
Eure Lisa

P.S.: Was tatsächlich ziemlich niedlich ist: Marjorie hat mir erzählt, dass Jordan, sobald er realisiert hatte, dass ich zum Flughafen auf bin, Tränen in den Augen hatte. Er hatte mich schrecklichst vermisst und sich tierisch gefreut, mich wieder zu sehen. 😀

Er hätte gerne, dass ich hier einziehe und für immer bleibe.

P.P.S.: Ich hab völlig vergessen zu erwähnen, dass ich nochmal aufm Mont Royal war! Zwischen den Bilder liegen ca. zwei Wochen!

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