uuuuuund die nächsten Wochen sind rum. Das ist wirklich verrückt, wie die Zeit vergeht!
Leider hab ich dies‘ Jahr keine selbstgebackenen Plätzchen für euch gehabt – nur in Bildformat hier




Die drei Wochen bei Lynn und Bob auf der Farm in Reaboro war wirklich definitiv ne Erfahrung wert. Hier wohnt auch seit 3,5 Jahren Dom. Dom is der Imker auf der Farm, er hat letztes Jahr angefangen sein Business damit zu starten. Richtig cool! Ich wollte eigentlich so viele Informationen sammeln wie nur möglich. „Leider“ hab ich meinen Fokus dann aber doch auf die Wolle gelegt. 😀
Außerdem war ich die „Egg Lady“. Mein Job war es täglich gegen 10 Uhr in Stall zu gehen, um jegliche Enten- und Hühnereier zu suchen/sammeln. Allerdings würd ich nicht meine Hand ins Feuer legen, dass sie dank mir nicht vielleicht paar neue Hühner dazu gewinnen. Ich bin einfach nicht so n wahnsinniger Vogelfan. Manche Hühner saßen in ihren Nestern und hackten auf mich ein, als ich unter sie greifen wollte. Tat zwar nicht weh, weil ich Handschuhe hatte. Spaß hat das aber nicht gemacht. 😀
Kurze Tierbilanz:
* 3 Hunde, Angie (groß, weiß und super haarig), Jessi (groß, weiß und alte Dame) und Maggie (klein, blind, alt und liebt es verarscht zu werden)
* 30 Schafe (braun, schwarz, weiß)
* 1 Esel, Sweety (alte Dame, blind und liebt es gekrault zu werden)
* 100 Hühner, 4 davon sind in der Krankenpflegeabteilung zum aufpeppeln, 3 sind nur im Urlaub auf der Farm, bis der Besitzer wieder zurück kommt und dann gibt es noch ne Kategorie „Jünglinge“, die separat gehalten werden, weil sie noch zu jung. Überraschenderweise. 😀
* 100 Enten
* ne gute Handvoll Gänse
* 10 Kästen Bienen






Mit Dom war ich donnerstags immer auf nem Weihnachtsmarkt in Peterborough von 8 Uhr bis 14 Uhr verkaufen. Der Ort war etwas…speziell. Die Kundschaft war eher nicht unsere Zielgruppe.

Er ist seit Oktober jeden Donnerstag dort gewesen und hat mehr oder weniger seine Zeit und Sprit (Stunde für Hin- und Rückfahrt) verschwendet. Vertraglich war das wohl für drei Monate festgelegt.
Lynn hatte vor einigen Jahren den Markt ins Leben gerufen und dachte, es sei vielleicht gut, wenn die Leute ihn auch außerhalb Lindsays kennen. Allerdings hatte sie den Markt vor paar Jahren abgegeben und der neue Manager macht null Werbung und kümmert sich um so gar nichts.
Für mich war es jedenfalls n guter Einstieg in die Verkaufsschiene. Nicht so viele Kunden, daher weniger Stress beim Wechselgeld rausgeben. 😀 Damit hatte ich dennoch Anfangsschwierigkeiten. 😀
Unsere Fun Night war am 7.12 im Casino, da war Ladies Night.
Ladies Night sagt ja schon alles. „Sexy Nikolaus“ war da. Für ihn hab ich mich eher fremdgeschämt, als dass er nett anzusehen war. 😀 Und jegliche Stände mit Produkten für Ladies wurden angeboten.
Dom meinte, ich kann mal meine Runde drehen und mir die Stände anschauen. Ich bin lediglich zum zweiten Stand gekommen, dann haben sie mich gecatched. Tatsächilch vermiss ich so n paar Sachen in meiner Wohnung in Hamburg. Paar Beatysachen. 😀 Daher hab ich mir ein eigenes Weihnachtsgeschenk – für viele wohl eher ein unnötiges – gemacht. Mach ich ja jedes Jahr. Dieses Jahr gab’s zwei für mich.
Ein professionelles Nagellack-Set und Schneeschuhe.
Am 14.12 und 21.12 von 9 Uhr bis 15 Uhr sind wir dann gemeinsam mit Lynn auf einem Weihanchtsmarkt in Lindsay gewesen.
Das war schon ne ganz andere Nummer. Gegen halb 7 wurde aufgebaut. Da unser Stand ungefähr 3x so groß war wie an den Donnerstagen, war mir klar, dass ich definitiv mehr Kundschaft und mehr Stress erwarten kann/muss. Aber das hat tatsächlich Spaß gemacht und ich hab einige Neukunden von unserem Honig überzeugen können.
Dom machts ziemlich leckeren Honig. Vielleicht bin ich auch simpel zu begeistern, weil ich Honig einfach liebe.
Wir haben flüssigen und cremigen Honig und aus dem cremigen macht er Zimt, Kardamom und Ingwer/Kurkuma/Zimt.
Für all die Märkte hab ich mit Lynn zusammen ganz fließig täglich mindestens 3-4 verschiedene Backwaren gebacken. Von Marshmallow Squares, Zitronenbrownies, Brownies mit und ohne Nüssen, Bananenbrot, Dattelschnitten, Keksen über Shortbread Cookies.
Der ganze Spaß musste dann noch verpackt und mit Labels beklebt werden.

Ich hab mir auch schon einige Rezepte untern Nagel gerissen. Ich werd mir ein kleines, oder besser hoffentlich großes kanadisches Rezeptebuch anfertigen. Vielleicht kann ich das hier auf dem Blog in einem separaten Reiter einglieder. Ich hab mich mit dem Aufbau von meiner Blogseite noch nicht genug damit auseinander gesetzt.
Jetzt nochmal zu den Eiern, die ich fast täglich gesammelt hab.
Wusstest du, dass Hühner etwas hygienischer sind als Enten? Hühner legen in der Regel ihre Eier in die Nester, also dort, wo nicht, in dem Fall, 400 Füße drüber stiefeln können. Das machen nämlich die Enten. Daher müssen alle Enteneier gewaschen werden.
Wenn die Möglichkeit besteht, die Eier nicht zu waschen, da sauber – danke Henne – sind sie länger Haltbar, da der sogenannte „bloom“ = weißlicher Belag auf der Oberfläche bestehen bleibt. Wenn sie aber gewaschen werden, dann bitte mit lauwarmen Wasser. Nicht zu heiß, da wir sie nicht kochen wollen und auch nicht zu kalt, da dann die Bakterien die Möglichkeit haben einzudringen.
Die Eier die im Supermarkt verkauft werden, wurden mit Bleichmittel behandelt, damit alle picobello aussehen und werden daher im Kühlschrank aufbewahrt.
Wusstest du, wie die Eier im Karton gelagert werden? Richtig, kopfüber.
Denn wenn die Luftblasenseite (also die Unterseite) nach unten gelagert wird, versucht diese nach oben zu wandern und durch das ständige innere Arbeiten, wird das Ei schneller schlecht.
Wusstest du, dass eine Henne so lange Eier legt, bis sie denk sie hat genügend (in der Regel ca. 14 Stück), die sie dann alle unter sich für weitere 21 Tage hütet. Sofern ein Hahn unter den Hühnern is und sie befruchtet hat, schlüpfen ALLE Küken am selben Tag, egal ob das Ei an Tag eins oder neun gelegt wurde.
Wusstest du, wie man Enteneier von Hühnereiern unterscheiden kann? Erstes Indiz ist die Farbe (etwas gräulicher). Außerdem haben sie so ziemlich immer an der Unterseite einen hellen runden Fleck. Hübsch zu erkennende Enteneier zeigen außerdem Striemen oder Pünktchen auf der Oberfläche und sind größer als Hühnereier.
Wusstest du, dass Enteneier besonders gut zum Backen geeignet sind? Da Enteneier im Vergleich zu Hühnereiern reichhaltiger sind (ähnlicher Vergleich wie Sahne und Milch). Besonders Brownies werden damit perfekt!
Ich hab das mal versucht auf’m Foto festzuhalten, was aber gar nicht so einfach einzufangen ist, ich hoffe ihr erkennt es.
Und nun kommen wir zu meinem größten Projekt, das mich über die drei Wochen auf der Farm begleitet hat.
Die W o l l e
Ich hab fast jeden Vorgang selbst durchgeführt.
Leider wars mir nicht möglich ein Schaf selbst zu scheren, ich wollte auch nicht nachfragen, ob wir eins „opfern“ können, weil’s teilweise wirklich kalt war draußen. 😀
Also hab ich von Lynn geschorene Arpil-Wolle bekommen.
Diese Schritte folgen:
waschen (heißes Wasser mit Spülmittel, 15 Min. einwirken lassen und mit heißem Wasser spülen. 2x wiederholen) und komplett trocknen lassen, dann entweder mit Lebensmittelfarbe färben (heißes Wasser mit Essig mischen und erhitzen, nicht kochen. Wolle ordentlich in Topf legen und Farbe in Partien verteilen, halbe Stunde ziehen lassen und in heißes frisches wasser für ne viertel Stunde legen, danach auswringen und trocknen lassen.
Wolle nie mit kaltem Wasser behandeln, da die Fasern sich dann zusammenziehen und sich verfilzen.
Wenn man die gewünschte Farbe hat, egal ob Natur oder gefärbt, kämmt man die Wolle. Damit die Fasern alle frei liegen und man sie zum spinnen verwenden kann. Hat man einen Garn auf eine Rolle („Lazy Kate“) gesponnen (rechts drehendes Rad), wickelt man den Garn zu einem Wollknäuel. Entweder nimmt man einen Wollknäuel und verzwirrnt diesen mit sich selbst oder verzwirrnt zwei Wollknäuel miteinander – wenn man zwei verschiedene Farben als Endresultat wünscht (links drehendes Rad). Hat man erstmal alles verzwirrnt, wickelt man es auf den sogenannten „Niddy Noddy“, wichtig ist hierbei, dass IMMER in die gleiche Richtung gewickelt wird. Zu guter letzt wird dann nochmal gewaschen, mit warmen Wasser und n bisschen Spülmittel. Für 10 Min. einwirken lassen, auswringen und trocknen lassen (nicht mit klarem Wasser ausspülen, das Spülmittel dient außerdem dazu, dass Motten nicht ran kommen).
Jetzt hab ich einiges in Gepäck und muss mir noch Stricknadeln besorgen und mir n Tutorial anschauen. Möchte mir n Stirnband stricken 🙂

Was ziemlich außergewöhnliches hab ich auch noch.. Ich hab Angie’s (Lynn’s Hund) Haare gesponnen. Klingt bisschen eklig, isses wahrscheinlich auch. War auch ne ziemliche Kackarbeit um ehrlich zu sein. 😀 Mal sehen was ich damit anstelle.

Diese kurzen fieseligen Haare…. Vermutlich hätte ich nochmal n ganzen Garn spinnen können, nur mit den Haaren, die an meinen Klamotten hingen, als ich gesponnen hab. 😀 – die haste wirklich überall hängen!
Achso, außerdem hat mich Lynn direkt am Anfang mit zu einem Filzkurs geschleppt. Der Begriff needle felting klingt so viel besser als filzen. 😀 – zum Yoga hat sie mich auch wieder gebracht! Ich war 2x mit im Yogaunterricht und hab es dann zu Hause für mich regelmäßig durchgeführt, das ziemlich cool!
Da ich „needle felting“ nicht ins Deutsche übersetzt hatte, hatte ich keine voreingenommene Meinung darüber und hab das einfach so hingenommen. Dank Steffen war mir dann irgendwann klar, was ich da eigentlich die ganze Zeit mache. 😀 Dachte immer, dass Filzen irgenwie nicht so cool sei als es tatsächlich ist.
Während des Kurses war ich etwas enttäuscht von mir, weil jeder bereits irgendwas schönes vor sich liegen hatte und ich war gänzlich unzufrieden mit meinem Wald. Als die Lehrerin mir dann bisschen zur Hand ging, mein Bild etwas weiter weg gehalten hat und gesagt hat, dass mein See nicht wie ein See aussieht, war ich noch mehr entmutigt.
Aber ich muss sagen, ich bin ziemlich stolz darauf, wie sich das entwickelt hat und die Lehrerin hat meins dann sogar als gutes Beispiel am Schluss verwendet.
Also Leute, was ich hieraus besonders gelernt hab: Bevor man sich von irgendetwas eine Meinung bildet, obwohl man es gar nicht wirklich kennt, sollte man es einfach mal ausprobieren. Sonst wär ich vielleicht gar nicht so aufgeschlossen gegenüber dem Filzen gewesen. :p
Der nächste Eintrag wartet nicht so lange auf sich, versprochen! 🙂 – ich hoffe ihr hattet alle wunderschöne Weihnachten und Feiertage und habt sie in vollen Zügen genossen!
Weihnachtsstimmung kam bei mir dieses Jahr nicht so ganz an. Aber das gemeinsame Christbaumloben und Geschenke auspacken via Skype war anders, aber trotzdem sehr schön.
Außerdem bin ich bei Josh’s Familie sehr herzlich willkommen. Santa hat mir viel zu viele Geschenke unter unseren Charlie Brown Christmastree gelegt!
Ein Teil seiner Familie war am 25.12 zum Dinner eingeladen und hattens sehr entspannt und lustig. 🙂 – Ich bin wirklich dankbar, dass ich in meiner „kurzen“ Zeit hier in Kanada, so wunderbare Menschen bereits kennenlernen durfte. 🙂
Außerdem bemüh‘ ich mich gerade um eine Nanny Position im Westen Torontos, in Etobicoke.
Dazu dann mehr, wenn ich mehr weiß. :p
Ich wünsch schon mal n Guten Rutsch ins Jahr 2020!
Küsschenssssssssss
























Hallo meine liebe, Schoen das ich mal wieder was von dir lesen kann😇mach doch xxl Wolle und Verkauf die. Die ist doch mega im Trend zum handstricken. Musst mal bei pinterest gucken. Wünsche dir einen guten Rutsch. Bis nächstes Jahr. Drück dich😘ich muss jetzt arbeiten😊
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