Across Canada – Part II

Leider hab ich immer die Bilder in Originalgröße verwendet und nun hab ich keinen Platz mehr, Bilder/Videos hoch zu laden…Ich lasse aber die Spots drin, wo ich was hochladen wollte, vielleicht krieg ich es ja noch irgendwann irgendwie hin..Daher gibt es leider keine bzw. nur wenige bildlichen Eindrücke von Part II und III.

Ich Faulibert hab einiges nach zu holen, das ist aber auch immer ne Tagesaufgabe! Wir sind schon seit sechs Wochen durch Kanada unterwegs. Wahnsinn, oder??
Und wir haben so einiges erlebt, weswegen es jetzt einen neuen dicken Blogpost gibt. 😀 Also auf zum Kühlschrank oder Waserkocher und macht’s es eich gmiatlich.

Nachdem wir Johs’s Fuß in Calgary einige Tage Ruhe gegönnt haben, haben wir ihn in Canmore auf die Probe gestellt. Eine 16 km Wanderung am Barrier Lake stand auf unserer Agenda. Die war gar nicht ohne, oben am Gipfel haben wir paar Radfahrer gesehen und haben uns mit einem davon unterhalten. Hut ab. Kein Plan, wie er sich mit dem Rad hochgehievt hat!

In meiner App „AllTrails“, hatten wir die Wanderung rausgepickt und hatten gelesen, dass sich der kleine Umweg lohnen soll. Allerdings im Nachhinein denke ich, dass wir diesen Kommentar mit ner anderen Wanderung verwechselt hatten. Wär’s nach mir gegangen, hätte ich den Schlenker nicht gemacht, wir waren schon ne Weile unterwegs und das war n Umweg von 5 km, was uns 1,5 Stunden gekostet hat. Letztendlich hatte ich glaube ich mehr Schmerzen an den Füßen, als er es hatte. Meine Wanderschuhe drücken am rechten Knöchel ordentlich.

Als wir am Auto angekommen sind und der Parkplatz leer gefegt war, haben wir uns erstmal legga Kartoffeln und Brokkoli gekocht. Und um nicht ganz verschwitzt und dreckig ins Bett zu hüpfen, haben wir uns Wasser erwärmt und uns n „Bad“ gegönnt. 😀 – die Nacht haben wir in Canmore Downtown auf nem Parkplatz verbracht.

Next stop: Lake Louise in Banff National Park

Ehrlich gesagt will ich gar nicht wissen, wie es um/vor Lake Louise aussieht, wenn nicht COVID-19 rumkursiert! Ich hab mich gefühlt wie bei Schloss Neuschwanstein. Aber ich hab auch so nen innerlichen Druck verspürt, dass man einfach dorthin muss, weil es jeder macht und ich das Gefühl hab, etwas zu verpassen. Das ist wie, wenn man in Paris ist und nicht zum Eiffelturm gehen würde. 😀

Wir hätten gar keinen Parkplatz dort gefunden, weswegen wir 3 km entfernt geparkt haben und von dort aus dann los gestiefelt sind.

Zum Glück haben wir uns dann spontan während der Wanderung entschieden noch nen anderen Trail zu laufen. Da waren weniger Menschen unterwegs. Es war aber auch echt anstrengend, wir hatten aber auch keine Snacks und nix dabei. Wasser hatten wir noch an nem Bach aufgefüllt.
Wir sind am Lake Mirror vorbei gekommen. Der nicht wirklich gespiegelt hat.

Als wir dann am Lake Agnes angekommen sind, dachte ich, dass wir unser Ziel erreicht hatten.

Josh hatte aber noch lange nicht genug und wir sind dann noch weiter hoch gejuckelt. Für mich etwas qualvoller, aber der Ausblick von 2270 Höhenmeter hat sich gelohnt!

Manche sind aber auch respektlos unterwegs. Keine Rücksicht auf Abstand halten, laut Musik über’s Handy hören, Plastikflaschen auf’m Weg liegen lassen.. Aber die haste wahrscheinlich überall.

Wir hatten echt immer Glück mit’m Wetter, aber auf den letzten 800 m zum Auto hat’s ordentlich angefangen zu schütten. Was blöd war, weil wir eigentlich was kochen wollten. 😀 Aber im Regen wollten wir beide nicht und in der Umgebung gab’s nix zum schnell greifen. Also haben wir uns über die App „iOverlander“, die wir immer nutzen um Schlafmöglichkeiten ausfindig zu machen, das Visitor Center Yoho in Field, British Columbia rausgesucht.

Wir hatten nen Wecker gestellt, weil eigentlich ne nächste Wanderung auf’m Plan stand. Erstmal schön Pancakes gefrühstückt und uns etwas breit auf dem Parkplatz gemacht. Da das Visitor Center eh zu hatte, hab ich ehrlich gesagt auch nicht weiter drüber nachgedacht. Allerdings kam dann eine Mitarbeiterin morgens um halb 10 auf uns zu und meinte, dass wir bitte all unsere Sachen zusammenräumen sollen und dass das hier kein Campingplatz sei, sagt sie, als ich gerade meine Zähne geputzt hab. Zudem hat sie angemerkt, dass das sowieso illegal sei, dort über Nacht zu stehen. Das hab ich direkt mal in der App für die nächsten Nutzer festgehalten. Und ehrlich gesagt hab ich später auch paar Parkplätze weiter ein Schild gesehen, wo das auch ganz klipp und klar dranne steht. Hupsi. 😀

Ich stand kurz vor meiner Periode, das bedeutet ich bin noch sensibeler und näher am Wasser als sowieso. Daher hat’s gereicht, dass unsere Autobatterie leer war und wir Susi nicht mehr starten haben können, um in ein kleines Tränenloch zu fallen. 😀
CAA (der kanadische ADAC) eilte nach ca. ner Stunde zur Hilfe.

Wir also endlich auf’m Weg nach Banff.
Ich brauchte Zeit für mich und war dann froh, dass Josh die Möglichkeit hatte, Banff mit’m Rennrad bissle zu erkunden.
Ein junges Wapiti hat mir dann meine Stimmung versüßt und das darauffolgende Wapiti Weibchen hat alles wieder in Ordnung gebracht.

WAPITI

Abends sind wir dann direkt weiter Richtung Japser National Park. In der Nacht hat’s Vollmond gehabt, leider konnte ich wegen einer Baustelle mit mehreren Scheinwerfern kein besseres Foto schießen. 😀

VOLLMOND

Da wir kein Service mit’m Handy hatten, konnten wir nicht nachschauen, wo wir am Besten schlafen können. Zum Glück kam dann zeitnah ein riesen Parkplatz, wo wir nächtigten konnten, irgendwo im nirgendwo. Mit so ner Aussicht aufzuwachen is schon nicht übel.

PARKPLATZ

An diesem Tag ist mein 1-jähriges in Kanada, ist das was? Rückblickend ist das schon echt Wahnsinn. Vor einem Jahr bin ich alleine nach Kanada gereist. Hatte mir jegliche Szenen ausgemalt, war voller Vorfreude, aber auch voller Sorgen und Ängste. Das erste Mal alleine Reisen. Ist das überhaupt was für mich? Was lern ich daraus, lern ich überhaupt was daraus? Und ich kann euch sagen, das ist wohl das Beste was ich bisher gemacht habe! Keine meiner Sorgen/Ängste hat sich bewahrheitet. Ich bin definitiv gewachsen (glücklicherweise nicht in Höhe oder Breite!), ich hab mehr und mehr gelernt, mich als Person wertzuschätzen und zu akzeptieren (natürlich ist immer noch Luft nach oben). Ich vermisse nach wie vor meine makelosen Wimpern, die mir Pamela in Hamburg zwei Jahre lang einzeln aufgeklebt hat, allerdings finde ich mich schön, auch wenn ich keine „perfekten“ Wimpern hab. Ich leg schon lange keinen großen Wert mehr auf Markenklamotten oder große, teure Geschenke. Viel lieber hab ich wunderschöne Momente mit wunderbaren Menschen. Das ist doch großartig, oder? 😀 Außerdem hab ich die ein oder andere Baustelle erkannt, an der ich definitiv noch arbeiten/schleifen muss, bzw. möchte, um einfach entspannter in manchen Situationen zu reagieren.

Und da kam also mein 365. Tag in Kanada. Im Jasper National Park. Vielleicht nicht von Anfang an reibungslos verlaufen, weil wir den Wanderweg nicht gefunden haben, dafür aber wieder ein Wapiti, die sind echt überall. 😀 und noch immer keinen Service hatten und das Wetter mag vielleicht nicht perfekt ausgesehen haben, aber im Endeffekt war es mehr als perfekt.

JASPER WAPITI

Als wir dann irgendwo an nem Straßenrand bisschen Empfang hatten, haben wir rausgefunden, dass der See, wo wir hin wollten, ne Stunde entfernt ist, also haben wir fix endlich mal Essen gekocht und dann zum besagten Startpunkt. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, ist bei uns definitiv fehl am Platz. Um 14:40 Uhr sind wir dann endlich los gewandert. 15 km. Es hat sich aber auf alle Fälle gelohnt! Hoch oben auf’m Berg hatte es dank bisschen Regen mehrmals nen Doppelregenbogen und richtig coole Wolken!! Schaut selbst. 🙂

JASPER HIKE

Kleine Erdmännchen – ich nehme an es sind welche – waren auch immer wieder mit flinken Füßen unterwegs. Dachte erst ich krieg kein Foto hin, weil sie so auf Zack sind. Aber an eins bin ich richtig nah ran gekommen und hab im richtigen Moment n Video aufgenommen, als zwei andere um die Ecke schossen und spielten.

VIDEO ERDMÄNNCHEN

Zurück am Auto gab’s dann erstmal lecker Essen – Kartoffeln, Brokkoli und Thunfischaufstrich (selbst gemacht) mit Brot (leider nicht selbst gemacht, aber wohl das bisher Beste in Kanada gefundende Brot. 😀 )

Im dunklen is dann nochmal n Wapiti über die Straße geschlendert. Leider hab ich keinen blassen Schimmer wie der Blitz an meiner Kamera funktioniert und dabei is dann nur das Bild rausgekommen.

WAPITI STRASSE

Geschlafen haben wir, ich weiß gar nicht wie man das beschreiben soll. Erst war gar nicht klar, ob das tatsächlich der Weg zum Schlafplatz war. Es war dunkel und mega gruselig. So n verhauter Schotterweg und ringsum dichtes Gebüsch. Wenn wir da jetzt rein fahren, kommen wir dann wieder raus??
Bringt ja nix, es passte eiiiiinigermaßen zur Beschreibung in der App „iOverlander“, also probieren geht über studieren. Drei mal geprüft, ob die Türen wirklich verschlossen sind, Fernlicht an und ab ins Gebüsch. Auf der anderen Seite war tatsächlich n großer Platz und auch Feuerstellen. Nur wie man dort n Lagerfeuer entspannt genießen kann, ist mir wirklich n Rätsel. SO VIELE Mücken hatten wir noch nirgends. Das war abgefahren. Wir mussten die Türen beim öffnen mit Mückenspray besprühen um überhaupt raus zu kommen, sobald du aber draußen warst, hast du innerhalb Sekunden die ersten 15 Stiche gehabt, so schnell sprühen konntest du gar nicht. Leider musste ich wirklich dringend pinkeln, das war kein Segen. 😀 Zurück im Bett haben wir mindestens 15 Mücken getötet und sind dennoch mit frischen, juckenden Stichen aufgewacht.

Morgens um 10 Uhr ging’s dann weiter nach Sexsmith, Alberta. Wir haben uns über HelpX eine Farm, eine ganz spezielle Farm, rausgesucht um dort für eine Woche gegen Kost und Logis zu arbeiten. Ich war ganz aufgeregt, endlich ausreiten zu können!

Gelandet sind wir also bei nem petting zoo (Streichelzoo).
Es war aufjeden Fall eine Erfahrung wert. Nur die größte Enttäuschung war, dass ich jedes mal vertröstet wurde und im Endeffekt NICHT auf’m Pferd saß..
Dafür gab es unzählige Kuschelstunden mit meinem Lieblingshund Timber (Mini Australian Shepherd), Babyziegen und erwachsenen Ziegen, Miniesel, die wohl entspannteste Kuh auf Erden (deren beste Freunde ein Lama und ein Alpaka ist). Hach, das war schon echt eine einzigartige Zeit. 😀
Der morgentliche Aufwach-Song und damit verbundene Ohrwurm für den restlichen Tag möchte ich euch nicht vorenthalten. Ich weiß nicht wie lange Shane diesen Song schon täglich spielt, aber offensichtlich hat er noch nicht genug davon und lässt ihn jeden Morgen lautstark übern Hof surren.

PETTING ZOO

Unsere Aufgabe bestand also täglich darin, Tiere zu füttern, bürsten und einige raus auf’s Gelände lassen und schauen, dass alle eine blitz-saubere Trinkschale hatten.
Die abendliche Fütterung ist der Kracher.
Jeden Mittwoch bekommt Shane, der Bestizer der Farm, von einem Supermarkt Ware, die bald verfällt, oder so nicht mehr im Laden angeboten werden darf, kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Lieferung wird dann durchgestöbert, ob was gutes für uns Menschen dabei is, alles andere wird die Woche über an die Tiere verfüttert. Und jetzt kommts.
Ziegen, das riesen Schwein, Esel und ein Pony zum Beispiel teilen sich ein Gehege. Sobald du mit dem Rollwagen auch nur von der Garage oben los rollst, geht ein Geschreie los. Der ganze Zoo erweckt zum neuen Leben und schreit sich die Seele aus’m Leib. Besonders das riesen Schwein, was dann auch keine Rücksicht auf irgendwas/-wen nimmt. 😀 Alle außer Rand und Band!

Besonders entspannt und friedlich sind die Wallaroos. Zwei an der Zahl. Eins is ziemlich schüchtern, das hab ich nicht streicheln können, auch nicht wenn deren Lieblingssnack, die Banane, angeboten hab.

WALLAROO

Die Woche ging viel zu schnell vorbei! Aber wir konnten leider nicht länger dort verweilen, weil wir noch so vieles auf’m Kalender stehen hatten/haben.

Ahhhhh, ein Highlight hab es aber aufjeden Fall noch auf der Farm! Die Kanuahrt auf’m Fluss! Ich wollte erst nicht mit, bzw. hatte nicht so gute Laune, weil für mich Reiten mehr Stellenwert hatte als ne Kanufahrt. Naja, zum Glück bin ich mit, war echt lustig! Ich hab zum Glück(!!!) meine Kamera nicht mit genommen! Es hat keine 10 Minuten gedauert und beide Boote sind voll gelaufen mit Wasser und sind gesunken. Ein Hoch auf Schwimmwesten! Die Strömung war zwar nicht super stark, aber ich hätte mich mit Sicherheit nicht um beide Paddel, Jacke und Wasserflasche kümmern können und nebenbei das Kanu schieben. Josh war nämlich damit beschäftigt seine Hand hoch zu halten um sein Handy zu retten. 😀 Das war ein Anblick, ich bin gestorben vor lachen. Daher gibt es leider keine Bilder. 😀 Nur gute und lustige Erinnerungen! Meine Jacke hatte ich nur mitgenommen um im Notfall zu tragen, falls mir kalt wird. Naja.. 😀

Nächstes Ziel also: Vancouver Island!
Auf’m Weg dorthin:

BÄR SONNENUNTERGANG

In Victoria – Hauptstadt von British Columbia, haben wir eine Cousine und einen Cousin von Josh getroffen. Victoria muss ich sagen, ist bis jetzt meine Favoritenstadt. Super super super super schön, direkt am Ozean, nette Cafés und ordentliche Straßen.
Aber irgendwie war es dort mit uns auch ein bisschen verflucht. 😀 Zwei nicht so schöne Zwischenfälle hatten wir, auf die wir gerne verzichten hätten können.
Die Orca-Familie – inkl. Baby – haben es allerdings wieder gut gemacht. Wir haben eine Whale Watching Tour gemacht, mit nem kleinen Boot und gut, dass ich mein anderes Objektiv dabei hatte! Die Boote sind nämlich nicht erlaubt so nah an die Wale ran zu fahren. Und mit dem Objektiv war es mir dann möglich, das ein oder andere Foto zu schießen, hätte ich nur auch an einen voll geladenen Akku gedacht…

ORCAS

Am nächsten Tag ging’s dann zum Sombrio Beach zum Wandern. Hierzu gibt es nicht viel mehr dazu zu sagen, der Weg war sehr schön! Etwas matschig, aber dennoch schön, direkt am Ozean. Doch hat schon was. Bis auf die Hängebrücke, ich hasse Hängebrücken. Bin ich auch nicht drüber. :p

SOMBRIO

Nach der Wanderung sind wir dann direkt weiter nach Nanaimo gefahren, um dort am nächsten Tag die Fähre rüber auf Quadra Island zu erwischen.

NANAIMO SONNENUNTERGANG

Auf der 3.000 Personen Insel stand unser nächster Aufenthalt an. Eine Holzfällerfarm. Dort wollten wir von Montag bis Samstag/Sonntag bleiben. Letztendlich sind wir am Donnerstagmorgen wieder gefahren, weil das der größte Witz überhaupt war. 😀 Uns ging es mehr um die Arbeit mit Holz. Er dachte aber wohl, dass er zwei blöde gefunden hat, die sich um seinen Gemüsegarten kümmern können.
Er hat mehrere Projekte und zieht kleine Bäumchen bei sich zu Teenagern auf und pflanzt sie dann im Wald. Wir sollten dann Unkraut jäten. Ich hab Josh skeptisch gefragt, ob wir wirklich das alles rausreißen sollen?? Aber ja, unter all dem haben sich die Bäume versteckt.

FOTO UNKTAUT

Zwei mal hat Josh die Möglichkeit gehabt die Kettensäge zu verwenden und kleine Bäume zu fällen. Ich war nicht so n happy camper, ich hatte den Spaß mit einer Zieh-Säge(?!) und Heckenschere um Äste abzusägen/zwacken. Im Regen hoch zu schauen und dabei jungen, biegsamen Bäumen Äste abzusägen und noch mehr Regentropfen ins Gesicht zu bekommen bringt mir jetzt nicht so viel Spaß..

Josh der Clown hat das Beste draus gemacht. 😀

VIDEO JOSH BAUSTELLE

Der Kühlschrank war auch ne reinste Katastrophe. „Help yourself or starve“ is jetzt auch nicht die feine englische Art, wenn man einen leeren Kühlschrank vor sich hat.
Der Besitzer war wirklich nett, wenn er mit uns gesprochen hat, aber die ganze Atmosphäre..Ich hab mich wirklich nicht sehr wohl gefühlt. Ich hatte auch das Gefühl, dass er uns rausschmeißen wird. Hat er aber nicht. Im Gegenteil, wir hatten den Anschein, dass er etwas traurig war, als wir gesagt haben, dass wir frühzeitig abreisen werden. Super seltsam jedenfalls.

Nach den „ereignisreichen“ kurzen Tagen sind wir dann los gestürmt zur ersten Fähre, die wir knapp verpasst haben. Also ne Stunde warten, um 10 Minuten mit der Fähre zu schippern. Warum auch immer, wir haben auch nicht drüber nachgedacht, die knapp zweistündige Fähre zum Festland hin zu reservieren. Dann haben wir erstmal dumm aus der Wäsche geschaut, weil wir in der Warteschlange standen und auf die nächste Fähre natürlich nicht mehr drauf gepasst haben, also nochmal zwei Stunden warten. Die Zeit haben wir genutzt um was zu Essen zu finden, weil wir bei der Logging Farm kein Frühstück bekommen haben. Lustigerweise, als wir los wollten, saß er am Frühstückstisch und hatte er nen Teller voll, woher DAS Essen her kommt, fragen wir uns heute noch.

Endlich auf der Fähre und drüben angekommen sind wir weiter nach Squamish, British Columbia.
Josh hat von seinem ehemaligen Chef nen Kontakt über Instagram bekommen, mit dem er in Kontakt getreten ist. Er ist ein absoluter Outdoorsy und mir war von vornherein klar, dass ich bei denen NICHT mithalten kann, wenn wir gemeinsam wandern gehen. Sowas mag ich ja überhaupt nicht, aber ich hab in den sauersten Apfel gebissen und wir sind zu denen nach Hause gefahen, haben uns dann zu der Gruppe gesessen und Bier getrunken. Sind viel zu spät ins Bett gegangen, weil am nächsten Morgen um 6.30 Uhr Abfahrt zum Wedgemount Lake war – Okay, ich hab gerade nochmal nach dem Namen gegooglet und dann steht da: The hike to Wedgemount Lake is one of the most difficult in Garibaldi Provincial Park, with an elevation gain of more than 1100 meters in just 7km (!!!).
Jetzt bin ich noch mehr heilfroh, dass sie den virtuellen Pass für die 30 km Wanderung nicht erhalten haben (man musste sich morgens um 6 Uhr anmelden um Pässe zu ergattern). Ich unter vier Männern, natürlich, warum auch nicht.
Josh hat sich an mein Tempo gehalten und wir sind etwas hinterher gejuckelt. Als wir dann oben angekommen sind, dachte ich, wir sind am Ziel. Weit gefehlt, die Jungs wollten dann noch weiter hoch, aber ich bin schon gestorben und hab gesagt, dass ich das nicht mitmache, zumal ich meine Wanderschuhe anhatte und mein Knöchel wieder angefangen hat weh zu tun. Josh wollte unbedingt mit denen mit, hab ihm viel Spaß gewünscht und bin dann alleine runter gewatschelt. Meine ganze untere Körperhälfte hat gezittert und weh getan. Das war mit Abstand der härteste Tag bisher (und hoffentlich bleibt’s dabei 😀 ). Ich hab im Auto 2,5 Stunden gewartet und als sie alle ankamen, hab ich erfahren, dass einer von vieren am Gipfel angekommen ist. Die anderen drei haben es nicht geschafft, weil es zu anstrengend war. 😀 Dafür haben sie eine Bergziege und schreiende Murmeltiere gesehen. 😀

WEDGEMOUNT LAKE

Wir sind danach nach Whistler gefahren, wo 2010 die Winterolympiaspiele stattgefunden haben. Den Abend haben wir in einem indischen Restaurant ausklingen lassen und hatten das wohl beste indische Essen, das ich je hatte. Die hohe Rechnung haben wir dann gern bezahlt. 😛

Am nächsten Tag sind wir zufällig am Olympic Parc vorbei gefahren und sind dort paar Stunden verweilt. Josh konnte das Biathlongewähr ausprobieren und war das glücklichste Kind. 😀

FOTOS OLYMPIC PARC

Nach nem Tagesaufenthalt in Vancouver City, mit gemischten Gefühlen, ging’s dann die nächsten zwei Tage ging’s dann auf den Straßen Kanadas weiter, bis wir in Alberta gelandet sind um seinen Onkel, Tante und Cousine auf deren Pferderanch zu besuchen.
Warum gemischte Gefühle? Vom romantischen Hafenbesuch mit leckerem, frischen Milchshake sind wir zu der krassesten Straße überhaupt gefahren.

VANCOUVER

Hastings -/Main Street. Unzählige Obdachlose die sich am hellichsten Tag Spritzen reinjagen, Crack rauchen oder einfach nicht mehr in der Lage sind zu stehen. Das hat mich noch stunden später so sehr beschäftigt. Was muss nur in deren Leben passiert sein? Ich bin sicher, dass da die ein oder andere sehr spannende Geschichte dabei sein würde.

Und direkt am Ankunftstag wurden wir auf Pferde gesetzt und sind in der Halle bisschen geritten. Ich auf nem Schecken. Mich kann man ganz schnell und ganz einfach zum glücklichsten Mädchen machen. 😀

Da seine Verwandten tagsüber arbeiten, haben wir uns dazu entschieden am nächsten Tag n Tagesausflug nach Edmonton, Hauptstadt von Alberta, zu machen. Und der Tag war der Beste Tag überhaupt, wir hatten so viel Spaß. In Edmonton ist das größte Einkaufszentrum Nordamerikas. Seelöwen, Piratenschiff, Wasserpark, Einkaufsmöglichkeiten und sogar ein Freizeitpark mit Achterbahnen kann man dort finden!

FOTO EDMONTON MALL

Der Freizeitpark hat noch nicht geöffnet, das hätten wir auch zeitlich überhaupt nicht geschafft. 😀 Dafür war aber der Wasserpark mit unzähligen Wasserrutschen offen. Junge, junge war das cool! Ich hätte noch viiiiel länger dort bleiben können. 😀 Die verrücktesten Rutschen waren ein Trichter und super schnelle Rutschen bei denen du in einer Luke stehst und der Boden unter dir geöffnet wird und du einfach fällst und dann runter rutscht.

Bevor es dann wieder zu seinem Onkel zurück ging, sind wir noch auf nen Hügel rauf um die Skyline Edmonton’s zu fotografieren.

EDMONTON SKYLINE

Wir mussten uns bissle beeilen, weil abends auf der Ranch immer mittwochs n Training stattfindet und ich das unter keinen Umständen verpassen wollte.
In der Reithalle wird ein Zaun aufgestellt, 10 Kühe mit Nummern auf’m Rücken reingelassen und zwei Reiter müssen so schnell wie möglich die Kühe in richtiger Reihenfolge raustreiben. Ich war nicht gewappnet, dass wir sobald wir ankamen auf dem nächsten Pferd sitzen und wir auch das Vergnügen haben werden. Das hat so Spaß gemacht!! Bei meinem zweiten Versuch wollte ich unbedingt den Schecken wieder reiten, das war vielleicht nicht die Beste Entscheidung, weil sie nicht so richtig kooperiert hat und glaub auch eigentlich keinen Bock mehr hatte. 😀 Aber ich hab’s geschafft! Josh is auch ganz stolz auf die Videoaufnahmen von sich. Das war wirklich n richtig toller Tag! 🙂

BILDER RANCH

Und als nächstes steht portaging an. Wir werden uns ein Kanu ausleihen und dann für mehrere Stunden auf’m Wasser paddeln um an unser Campground anzukommen und dann am nächsten Tag zurück zum Ausgangspunkt. Umrundung einer Insel sozusagen. 😀 Wir sollten trocken bleiben, weil’s diesmal kein Fluss, sondern nur n See is. Toi toi toi.

Achso, ganz vergessen zu erzählen, dass wir uns eine neue Autobatterie gekauft hatten. Weil mir das echt immer Stress zubereitet hat.

So und das war’s jetzt auch für heute. Ich sollte wirklich öfter schreiben, aber das ist gar nicht so einfach, wenn man unterwegs ist und gar nicht so richtig dazu kommt. Ich bin froh, dass ich meine Notizen mache! 😀 – das ist aktuell gar nicht mal das Problem, sondern der Speicherplatz.

Also dann meine lieben, bis bald!
Viel Liebe geht raus!
Eure Lisa ♡

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